Gefeierte Opernpremiere in Krefeld Rusalka strahlt im Souterrain

Krefeld · Ein kränkliches Mädchen träumt vom Leben und der Liebe. Der Traumtyp geht in der Hochzeitsnacht fremd. Und am Ende gibt es einen Mord. Ansgar Weigner zeigt die Märchenoper „Rusalka“ als desillusionierende Familientragödie.

Ihre Liebe endet in einer Tragödie: Rusalka (Sophie Witte) wird den Prinzen (Milen Bozhkov) am Ende töten.

Ihre Liebe endet in einer Tragödie: Rusalka (Sophie Witte) wird den Prinzen (Milen Bozhkov) am Ende töten.

Foto: Matthias Stutte

Im 21. Jahrhundert erzählt man Märchen anders. Da haben junge Mädchen, die auf die große Liebe hoffen, ein Fanfoto ihres Traummannes überm Bett. Ihr Handicap ist kein Fischschwanz, sondern eine Muskelschwäche, die sie in den Rollstuhl zwingt. Sie leben nicht in einem Reich unterhalb des Meeresspiegels, sondern in einer ärmlichen, fensterlosen Souterrainwohnung, wo die Feuchtigkeit die Tapete von den Wänden blättern lässt. Hier hockt nun Rusalka  und ist „traurig bis zum Tod“.