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Krefeld Erstaufführung von Kalejs Opus zum Kaufhauseinsturz in Riga

Konzert in Krefeld : Erstaufführung von Kalejs-Opus am Reformationstag

Den Kaufhauseinsturz in Riga hat Aivars Kalejs in einem Orgelwerk verarbeitet. In der Lutherkirche spielt es Karlheinz Schüffler auf der Walcker-Orgel - nach handgeschriebenen Anmerkungen des Komponisten.

Die Katastrophe geschah am 21. November 2013. Ortszeit 18 Uhr. In der lettischen Hauptstadt Riga stürzte das Dach eines Supermarktes ein. Mehrere hundert Menschen wurden getötet oder verletzt. Es wurde niemand dafür zur Verantwortung gezogen - was viele nicht verstanden haben. Der Komponist Aivars Kalejs hat seine Gefühle in Musik transponiert: „Solitudinem faciunt“ erlebt im Konzert zum Reformationstag am Sonntag, 30. Oktober, seine deutsche Erstaufführung in der Lutherkirche.

Der Titel - übersetzt: „Sie hinterließen eine Wüste“ – bezieht sich auf den Klageruf des keltischen Heerführers Calgatus nach einer vernichtend verlorenen Schlacht gegen die Römer. „Das Werk wurde für die riesige Walcker-Orgel des Doms zu Riga musikalisch geschaffen – eine Herausforderung für die kleine Schwester aus Krefeld“, sagt Professor Karlheinz Schüffler, der das Konzert spielen wird.  Aivars Kalejs (geboren 1951) hat dem Krefelder Musiker seine handgeschriebene Partitur zugeschickt. Denn es ist nicht das erste Werk des lettischen Komponisten, das Schüffler zur Erstaufführung   bringt. Auch die Orgelwerke „Via dolorosa“ und „Lux aeterna“ hatten in Krefeld ihr Deutschland-Debüt.

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„Die Partitur beschreibt die gesamten orchestralen Vorstellungen des Komponisten, welche dieses Werk zu einer Symphonie der Klangfarben, der Gefühlsausbrüche wie auch der virtuosen melodischen Figuren formen“, sagt Schüffler. „Wunderbar, wie es dem Komponisten gelungen ist, in dem zeitweiligen Inferno eine wunderschöne Arie als inniges Gebet in das Zentrum des Werkes zu stellen. Ein Werk, welches in seinem Finale mit unerhörter harmonischer Explosion zu strahlendem D-Dur des Orgelplenums führt.“ 

Außerdem erklingt Leon Boëllmanns „Suite gothique“, deren „Prière à notre dame“ zu den immer wieder faszinierenden musikalischen Gebeten der Orgel gehört. Jacques Roux’ „Stella Matutina“ (opus 56) ist eine Meditation in der Tradition impressionistischer Klanggemälde, „wie sie von Vierne über Duruflé für die romantischen französischen Orgeln geschaffen wurden“, so Schüffler.

Die dreiteilige Fantasia G-Dur (BWV 572) von Johann Sebastian Bach und Jean Langlais’ „Prélude au Kyrie“ rollen den würdevollen Teppich für Kalejs aus.

Konzert Sonntag, 30. Oktober, 18 Uhr, Lutherkirche, Lutherplatz. Eintritt frei, Spenden sind willkommen. Bilder von der Orgelempore werden im Kirchenraum auf einer Leinwand zu sehen sein