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Kalligraphie-Künstler Alsaeid stellt Sprichwörter im Theater Krefeld aus

Weisheiten aus Syrien und Deutschland : Kalligraphie-Künstler stellt Sprichwörter im Theater aus

Ibrahim Alsaeid hat Volksweisen aus Syrien und Deutschland in kunstvoller Schrift gestaltet. Dabei zeigt sich: Es gibt es erstaunlich viele Gemeinsamkeiten der Kulturen.

(ped) Die schönsten Sprichwörter sind Sprachbilder. Besonders malerisch wirken sie, wenn Meister der  Kalligraphie  sie zu Papier bringen. „Kallos“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Schönheit“. Einer, der die Kunst  des schönen Schreibens von Hand beherrscht, ist Ibrahim Alsaeid.  Ab Samstag, 29. Januar, präsentiert er im Theater Krefeld Arbeiten zu arabischen und deutschen Sprichwörtern.  „AradeutscheSprichwortographie“ heißt der Titel der Ausstellung.

Ibrahim Alsaeid ist Maler, Bildhauer und Kalligraph. Er stammt aus Syrien. 2015 ist er vor dem Terrorregime IS nach Deutschland geflüchtet. Seit 2019 arbeitet er in der Requisite des Theaters Krefeld und Mönchengladbach. Mit 30 kalligraphischen Werken schlägt er nun eine kunstvolle Brücke zwischen seiner alten und seiner neuen Heimat. Und er zeigt, dass es mehr gibt, was beide Kulturen verbindet, als man vielleicht ahnen mag.

 Ibrahim Alsahid ist ein Meister der Kalligraphie
Ibrahim Alsahid ist ein Meister der Kalligraphie Foto: Matthias Stutte

„Um den verwandten Lebensweisheiten von Syrern und Deutschen Ausdruck zu verleihen, möchte ich die in beiden Sprachen identischen Sprichwörter mit kalligraphischen arabischen Schriftzeichen schreiben. Die verschiedenen Formen erinnern an Türme, Kerzen oder Schlangen und laden zum Fantasieren ein. Die Übersetzung wird jedoch nur in den Bildunterschriften offenbart. Der Betrachter soll meinen Eindruck nachempfinden, dass trotz äußerlicher Unterschiede die Gemeinsamkeiten im Inneren überwiegen“, erläutert der Künstler sein Konzept.

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Ibrahim Alsaeid studierte in seiner syrischen Heimat am Kunstinstitut in Raqqa. Nach seinem Abschluss eröffnete er ein Atelier, in dem als Bildhauer freiberuflich Auftragsarbeiten aus Holz und Stein fertigte. Außerdem wurde er mit der kalligraphischen Verzierung verschiedener Moscheen beauftragt. In mehreren Galerien in Raqqa stellte er freie künstlerische Arbeiten aus.

Die Kalligraphie genießt hohes Ansehen in Kulturen, in denen das Abschreiben heiliger Texte selbst als sakraler Akt betrachtet wird. Zum Beispiel im Christentum: Die Kopien der Bibel sind wundervolle Zeugnisse dieser Kunst. Im Islam ist es die arabische Anrufungsformel Basmala im Koran. Die Kalligraphie hat vor allem eine ästhetische Wirkung. Anders als beim „Schönschreiben“, wo es um Klarheit und gute Lesbarkeit geht, liegt hier die Perfektion in der Ausgewogenheit. In der Harmonie sollen Emotionen ausgedrückt werden. Das hat in der arabischen Kultur einen besonderen Stellenwert. Wegen des Bilderverbots im Islam gilt die Kalligraphie als einzige erlaubte Kunstform.

Die Ausstellung „AradeutscheSprichwortographie“ wird vor der Premiere von  Lessings Klassiker „Nathan der Weise“ am Samstag, 29. Januar,  um 18 Uhr im oberen Theaterfoyer  eröffnet und ist bis zum 18. März zu sehen, allerdings nur zu den Vorstellungen des Theaters zugänglich. Der Eintritt ist frei.

(ped)