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Im Textilmuseum Krefeld kreieren KInder Mode wie einst die Chinesen

Ferienaktion im Textilmuseum Krefeld : Mode machen wie die Chinesen

Im Deutschen Textilmuseum sind vier Mädchen ganz tief eingetaucht in die Tradition chinesischer Gewänder. Sie wissen jetzt, warum in China bei Hochzeiten Rot getragen wird und wann ein Drache Glück bringt.

Ihren Eltern und Geschwistern haben vier Mädchen stolz vorgeführt, was sie in einer Ferienwoche gelernt haben: In ihren „Kulturrucksäcken“ tragen sie die angeeigneten Schätze nach Hause. Thema der Ferienwoche unter Anleitung der Archäologin Barbara Thomas war „Hase, Phönix, Drache. Geheimnisvolles Asien am Deutschen Textilmuseum“. Die Tage im Museum, wo derzeit eine prachtvolle Ausstellung mit asiatischen Gewändern aus der eigenen Sammlung zu sehen ist, waren spannend für sie.

So einige Geheimnisse der fremden Welt haben die Mädchen entschlüsselt. Ganz offensichtlich: wie zum Beispiel die Chinesen ihre Gewänder geschneidert haben. Sophia, Jule, Hannah und Lisa haben sich jede ein eigenes Kleidungsstück genäht. Dafür haben sie Stoffe selber eingefärbt, Schnitte nach eigenem Maß in Papier angefertigt und sie auf den Stoff gepaust, Stempel geschnitten und Drachenschablonen aufgetragen. Das Zusammennähen an der Maschine war dann Teamwork mit Barbara Thomas.

Enorm, was die Mädchen dann in einer kleinen Modenschau vorführen konnten. Jule hat Blau für eine Bluse gewählt, bei Hannah schmücken Türkis und Lila ein längeres Gewand. Hannah hat beim Färben einen schönen Verlauf hinbekommen. Sophia und Lisa haben sich für ein warmes Rot entschieden.

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Jede Farbe hat ihre Bedeutung. Sophia vom Stadtpark-Gymnasium erklärt: „Rot ist die Farbe für Glück, und es wird bei Hochzeiten getragen.“ Auch der Drache, den sie in Blau auf den Rücken des Gewands gedruckt hat, trägt diese Bedeutung: „Drachen bringen Glück.“ Um den Drachen herum hat sie blaue Blumen gestempelt. Den Stempel hat sie selbst entworfen, ausgeschnitten und dann den Stoff bedruckt.

Das haben die Mädchen in diesem Projekt auch gelernt: Farben und ihre Bedeutung, Tiere und Pflanzen und ihre symbolische Kraft. An den Vormittagen wurde ihnen eine ganze Menge erklärt, vieles haben sie auch selber herausgefunden. Ein Drache setzt sich aus neun einzelnen Tieren zusammen – die haben die Kinder in der Ausstellung auf den chinesischen Textilien wiedergefunden. „Lisa hat am Tag zuvor die Schildkröte entdeckt,“ berichtet Barbara Thomas.

Auch die „acht buddhistischen Schätze“ haben die Kinder auf den Exponaten entdeckt. Sie haben Schriftzeichen gelernt und alles fein säuberlich in ihre Tagebücher eingetragen und eingeklebt, daneben geschrieben, welcher Tag es ist. „Wir haben jeden Tag eine neue Drachenkarte bekommen“, sagt die zehnjährige Hannah, „das ist das Zeichen für doppeltes Glück.“ Hannah hat sehr ordentlich geschrieben und in klaren Buntstiftfarben Akzente in ihr Buch gesetzt. Sie war zum ersten Mal bei einer Ferienwoche im Textilmuseum. Ihr Urteil: „Alles war toll!“

Am letzten Tag hat die Gruppe ihr Mittagessen mit Stäbchen gegessen: „Mit Links ging es perfekt“, hat Rechtshänderin Hannah festgestellt.  Begeisterung auch bei Jule, die das Museum schon kannte: „Am liebsten hätte ich noch eine Woche angehängt.“ Alle vier Mädchen waren vor allem von dem Programm am Donnerstagnachmittag erfüllt. Sie haben einen japanischen Garten besichtigt, der sie sehr beeindruckt hat. „Wir haben gefaltete Origami-Kraniche mitgebracht und alle ein Eis bekommen“, sagt Sophia. Fotos vom japanischen Garten sind auf einem von zehn Plakaten gelandet, die eine kleine Ausstellung in der Museumsscheune ergeben.

Für die Moderation, die Modenschau und die Präsentation der selbstgefertigten Stücke hat das Quartett sehr viel Applaus von den Eltern bekommen – zum Abschluss haben die Mädchen ihren Familien die prachtvolle Ausstellung mit den chinesischen Gewändern im Museum gezeigt. „Die ganze Woche war super“, ist das Fazit von Hannah.

Der nächste Workshop im Deutschen Textilmuseum findet am Donnerstag, 29. Juli, von 15 bis17 Uhr statt. „Jeder Mensch ist ein Künstler!“ Arbeiten mit Filz, wie Beuys heißt das Programm. Eine Anmeldung ist erforderlich unter Telefon 02151 9469450.