Orchester in Krefeld Wie die Pfarrbläser von St. Stephan Corona trotzen

Krefeld · Für Blasorchester sind die Hygieneauflagen in der Pandemie besonders hart. Die Pfarrbläser lassen sich ihren Schwung dadurch nicht nehmen, denn sie steuern auf ein Jubiläum zu. Wie meistern sie die Situation?

 Ein stimmungsvoller Auftritt: die Pfarrbläser St. Stephan in der Kapelle des Altenheims St. Josef.

Ein stimmungsvoller Auftritt: die Pfarrbläser St. Stephan in der Kapelle des Altenheims St. Josef.

Foto: Pfarrbläser St. Stephan/PSTS

So hatten sie sich den Anfang nicht vorgestellt: Im Januar 2020 hat Andreas Lind bei den Pfarrbläsern St. Stephan den Dirigentenstab übernommen. Mit einem neuen  musikalischen Leiter beginnt immer auch ein neues Kapitel in der Orchestergeschichte. Doch das Programm gab Corona vor: Bläser treffen die Schutzbestimmungen besonders hart, denn beim Spielen entstehen viele Aerosole. Die Sicherheitsabstände müssen deshalb  entsprechend größer sein. Proben und Auftritte in großen Gruppen sind damit kaum möglich.

Das traf auch die Pfarrbläser, die mit so viel Schwung gestartet waren. „Aber wir haben den Schwung beibehalten und werden ihn fortsetzen“, sagt Klaus Grubert, Tenorhornpieler und Sprecher des Ensembles. Denn die Pfarrbläser haben ein Jubiläum vor sich. Im nächsten Jahr wird das Blasorchester 50 Jahre. 

In der Pfarrgemeinde St. Stephan gründete Pastor Willi Merkelbach im Jahr 1973  die Pfarrbläser St. Stefan. Er war auch der erste Dirigent. „Wir verdanken ihm viel, er war ein väterlicher Freund, der viel für den Zusammenhalt getan hat. Diese Werte und Traditionen pflegen wir weiter. Und das spiegelt sich auch in unserem Namen - auch wenn Pfarrbläser St. Stephan heute nicht cool klingt“, sagt Grubert. Denoch: die Musik an St. Stephan hat einen guten Ruf  - maßgeblich auch durch das Engagement des langjährigen Kirchenmusikers Uli Stuers.

Mit Lind haben die Pfarrbläser ihr Reper­toire erweitert, moderne Titel aus den Bereichen Filmmusik und Musical, auch Originalkompositionen für sinfonisches Blasorchester sind hinzugekommen. Märsche und Polkas gehören auch weiter zum Profil. Bei den Proben spielen nun auch Techniken wie Einblas- und Atemübungen eine Rolle.

„Alles lief seinen Weg, man war guter Dinge und die ersten Auftritte des Jahres 2020 wurden auch schon organisiert“, berichtet Grubert, „als über die Pfarrbläser das hereinbrach, was die gesamte Gesellschaft seit nun schon zwei Jahren in Atem hält. Probenräume waren gesperrt, Proben wurden abgesagt und geplante Auftritte fielen ins Wasser. Man kam mehr schlecht als recht über die Zeit, nahm den Betrieb wieder auf, um ihn dann später doch wieder einstellen zu müssen.“

Es war besonders bitter, das traditionelle Weihnachtskonzert in der Kirche St. Elisabeth abzusagen - das zweite Jahr in Folge. Doch statt Trompete, Horn oder Saxofon in den Koffer zu schließen, besannen sich alle auf ihre caritativen Werte und bereicherten andere, die auch unter den Gegebenheiten litten, mit ihrer Musik: „Wir haben einige Martinszüge begleitet, das war sehr schön. Und wir haben im Advent  „Fensterkonzerte“ gegeben“, sagt Grubert: In Seniorenheimen im gesamten Stadtgebiet haben sie in den Höfen, Gärten oder vor den Gebäuden mit weihnachtlichen Klängen aufgewartet. An einen stimmungsvollen Auftritt in der Kapelle des Altenheims St. Josefs denken sie sehr gern zurück.

„Es war sehr schön zu sehen, wie sehr sich die Bewohner überall gefreut haben“, sagt  der erste Vorsitzende Norbert  Nysar. Die Zahl der Musizierenden war immer flexibel an die Orte angepasst. Bei großen Konzerten sind 35 bis 40 Männer und Frauen beteiligt.

„Wir hoffen, dass wir statt des Weihnachtskonzertes 2021 ein Konzert im Frühjahr 2022 zur Aufführung bringen können“, wünscht sich  Andreas Lind. Und er wünscht sich noch Verstärkung für das Orchester. „Alle Blasinstrumente sind willkommen, eng ist es bei uns bei den Posauenen“, sagt Hornist Grubert.

Wer  Interesse am Musizieren in der Gemeinschaft hat, kann sich melden beim Dirigenten: andreas.lind@pfarrblaeserststephan.de  oder beim 1. Vorsitzenden: norbert.nysar@pfarrblaeserststephan.de