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Debatte in Krefeld Warum die Zukunft der Kultur im Digitalen liegt

Krefelder Initiative : Warum die Zukunft der Kultur im Digitalen liegt

Der Stream ist das wichtigste Medium der Coronazeit für die Kultur. Viele Kreative sehen Chancen im Digitalen - auch für die Zukunft. Eine Initiative stellt Ideen zur Debatte.

Die Initiative Kultur digital in Krefeld lädt für Freitag, 18. Juni, anlässlich des bundesweiten Digitaltag 2021 ein. In einem Stream über die Plattform feedbeat.io diskutieren Kulturschaffende über die Chancen und Möglichkeiten von Kultur in digitalen Formaten. Florian Funke ist Mitbegründer der Initiative.

In diesen Tagen sind alle heilfroh, dass wieder Veranstaltungen live vor Publikum laufen. Haben da nicht alle die Streams satt?

Funke Uns geht es um die demokratische Verteilung von Möglichkeiten, Kulturveranstaltungen zu besuchen, auch denen Teilhabe zu ermöglichen, die sonst ausgeschlossen sind - etwa weil sie weniger mobil oder nicht vor Ort sind. Wir haben ein Konzept für  eine digitale Plattform entwickelt.

Corona hat viele  vieles gelehrt. Aber wenn es eine neue Form von Kulturpräsentation wird, muss sie professionell sein.

Funke Unbedingt. Das Digitale wäre ein zusätzliches Instrument, um die Kulturszene und die Institute besser abzubilden - vielleicht in einer Magazinform als Basis, in die Veranstaltungen digital eingebettet werden. Über solche Möglichkeiten und technische Lösungen wollen wir diskutieren mit Theaterleuten, Vertretern der Musikbranche, Veranstaltern.

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Wenn Vorstellungen und Konzerte online abrufbar sind, gräbt das nicht das Livepublikum im Saal ab?

Funke Nein. Wir führen Debatten, wie man neue Formen schafft, beispielsweise auch um jüngere Leute für Theater zu begeistern. Das ist eng verknüpft mit Bildung. Wir haben deshalb auch Förderung im Rahmen der „Smart City“ beantragt. Kultur findet seit Erfindung der Schellackplatte über Medien statt. Auch das Internet ist ein Medium. Aber wir dürfen das Feld nicht den kommerziellen Kanälen überlassen. Kultur sollte unabhängig bleiben und kritisch gegenüber der Verwertungsmaschinerie und dem Wettbewerb, die solche Kanäle automatisch fördern.

Nun sind Youtube und andere Kanäle nicht mehr neu.

Funke Nein, aber die Kultur hat in den vergangenen zehn, 20 Jahren versäumt, sich darum zu kümmern. Wir müssen für sie eine Nische schaffen. Es ist ein Aufbruch, und es ist zeitgemäß. Deshalb gibt es den Digitaltag.

Konferenz „Digitalisierung im Bereich Kultur – packen wir es an!“   am 18. Juni um 17 Uhr via Feedbeat.io  Zugangscode: 08062114550855
Gäste: Helmut Wenderoth (Kresch), Claire Neidhardt (Stadtmarketing), Klaus Schmidt-Hertzler (Kulturbüro), Martin Laurentius (Musikjournalist), Christoph Roos (künftiger Schauspieldirektor Theater KR/MG), Silvia Behnke (Theaterpädagogin), Dirk Wiefel (Theater Marketing) und Jennifer Morscheiser (Museum Burg Linn)