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100 Jahre Beuys Krefelder A-Gang-Künstler interpretieren The Pack neu

100 Jahre Beuys : A-Gang-Künstler aus Krefeld interpretieren „The Pack“ neu

Die Ausstellung „Beuys don’t cry“ und eine Performance der A-Gang-Künstler zeigen die humorvolle Seite von Joseph Beuys. Seine 24 DDR-Sportschlitten spielen dabei eine wesentliche Rolle.

(ped) Zum Frühstück fahren auf dem Rasen vor dem Jagdschloss Linn Schlitten auf: nicht die 24 DDR-Sportschlitten, die Joseph Beuys 1969 für seine Installation „The Pack“ (= das Rudel) mit dem Lebensnotwendigen bestückt hat: Filz (Wärme), Fett (Nahrung), Licht (Orientierung). Es sind neue Interpretationen, die zeitgenössische Kollegen des A-Gang Beuys zu dessen 100. Geburtstag widmen. Nicht alle sind Schlitten, aber alle haben Beziehung zu Beuys: ein Porträt aus Keramik, ein Hut, unter dem seine Stimme mit dem bekannten „Jaja, nee nee“ zu hören ist - eine 1,5-stündige Klanginstallation aus den 60er Jahren für das KWM.

„Beuys hat gesagt: Demokratie ist lustig. Deshalb sind wir die Sache mit Humor angegangen“, erklärt Christof Legde. Beuys’ Schlitten, die aus einem VW-Bus-Kofferraum auszuschwärmen scheinen, sind oft als Verweise auf den Prager Frühling gedeutet worden.  Heute sind die Bezüge anders.  Das Künstlerkollektiv hat die Programmatik übernommen, aber demokratisch für eine individuelle Gestaltung gestimmt. „Es war für uns so wichtig, zu zeigen, dass wir da sind“, sagt die Künstlerin Mauga. Denn die Jubiläumsausstellung zum 25-Jährigen liegt seit über einem Jahr auf Eis.  

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Heute früh wird die Performance unter Ausschluss der Öffentlichkeit gefilmt. Am Abend soll der Stream ins Netz gehen, sagt Jennifer Morscheiser. Die Leiterin des Museums Burg Linn hat die A-Gänger eingeladen als Eröffnungs-Act einer Ausstellung, die vorerst geschlossen bleiben muss. „Beuys don’t cry“ - ein Verweis auf die Musik von The Cure, des Wortspiels wegen. Sie soll Beuys mit Augenzwinkern auch denen nahe bringen, die sonst wenig mit ihm am Hut haben. „Wir sind nicht nur archäologisches Museum, sondern auch stadtgeschichtliches“, sagt Morscheiser. Deshalb leben im Jagdschloss die Bezüge zu Krefeld auf. Beuys’ Meldekarte, Flyer zu Ausstellungen, sein politisches Wirken in der Anti-Atomkraftwerk-Bewegung am Niederrhein, seine Freundschaften, etwa mit dem Dichter Rainer Lynen. Werke aus privaten Sammlungen sollen das Bild abrunden. - Bis 14. November ist die Ausstellung eingeplant. „Wir öffnen, sobald es möglich ist“, sagt die Museumsleiterin.

Stream ab heute Abend unter
www.museumburglinn.de