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1. Krefelder Fantasy-Preis geht an Thilo Cortilius für "Diebe der Nacht"

Literatur in Krefeld : „Diebe der Nacht“ gewinnt Fantasy-Preis

Der Autor Thilo Corzilius nimmt die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung am 15. Mai entgegen. Der alt-katholische Pfarrer aus Essen hat sich gegen 156 Einsender aus deutschsprachigen Ländern und Norwegen durchgesetzt.

(ped) Thilo Corzilius ist der erste, der einen Pentagondodekaeder erhält. Sein Roman „Diebe der Nacht“ ist mit dem ersten Preis für Fantastische Literatur ausgezeichnet worden. Und zum Preisgeld von 10.000 Euro gibt es als Trophäe eine Nachbildung des Ausgrabungsobjekts aus Gelduba, dessen Verwendung den Wissenschaftlern bis heute Rätsel aufgibt.  Der Preis wird  Mitte Mai auf der Burg Linn überreicht.

Der erste Krefelder Fantasy-Preis hat internationale Strahlkraft. 157 Einsendungen kamen - darunter auch Geschichten namhafter Autoren im Fantasy-Bereich. Die Bewerber kamen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Norwegen. Warum hat sich „Diebe der Nacht“ durchgesetzt gegen alle anderen? Die Jury hat sich für ein Werk entschieden, das sowohl sprachlich als auch inhaltlich in eine unbekannte Welt entführt. Das Buch spielt in einer Lagunenstadt, die an Venedig erinnert, und öffnet einen Kosmos aus Kunst, Magie und Humor. Der Autor erzählt von einer Bande Gaukler und Trickbetrüger, die einem finsteren Magier die Stirn bieten muss. Elemente der Renaissance treffen auf eine postindustrielle Atmosphäre, klassische Fantasy mischt sich mit Motiven aus „Ocean’s Eleven“ oder „The Italian Job“.

 Die Handlung des Buchs rankt sich um eine Truppe fahrender Schauspieler, die sich „Die Herbstgänger“ nennt. Sie kommen für eine Saison in die Stadt Mosmerano, um dort einen großen Kunstraub zu begehen. Doch dann geraten sie ins Visier eines Magiers, der sie zwingt, ihre Talente für seine Zwecke zu nutzen und für ihn zu arbeiten. Und so steht die Truppe um den jungen Dieb Glin bald vor vielen schwierigen Aufgaben: Die Herbstgänger wollen Rache, sie wollen ihren Coup durchziehen, sie wollen eine politische Verschwörung um uralte Magie aufdecken – und am Ende noch mit heiler Haut davonkommen.

 Der Autor ist kein Neuling im Literaturbetrieb. Thilo Corzilius hat bereits mehr als ein Dutzend Romane veröffentlicht, unter anderem im Piper-Verlag die Titel „Dorn“, „Ravinia“ und „Epicordia“. Sein nun preisgekrönter Roman „Diebe der Nacht“ ist bei Klett-Cotta erschienen. Romaneschreiben ist nicht sein Hauptberuf. Corzilius ist alt-katholischer Pfarrer, seit 2019 arbeitet er in Essen. Der 1986 geborene Dortmunder  hat Evangelische Theologie in Hamburg, Göttingen und Münster studiert. Ab 2015 war er als Vikar in Freiburg im Breisgau tätig.

Bei der Preisverleihung auf Burg Linn am 15. Mai ist der Krefelder Fantasy-Autor Bernhard Hennen, der auch an der Gründung des Preises beteiligt war, der Laudator. Einen Eindruck von Corzilius’ Roman gibt es schon früher. In der Reihe „Verwunschene Nächte“ liest er am 6. Mai im Rittersaal.

Krefelds Oberbürgermeister und Kulturdezernent Frank Meyer, die städtische Kulturbeauftragte Gabriele König, die Leiterin des Museums Burg Linn, Jennifer Morscheiser, Schriftstellerin und Vorstandsmitglied von PAN (Phantastische Autoren Netzwerk), Fabienne Siegmund, und der Lektor Helmut W. Pesch haben die fünfköpfige Jury für den Preis gebildet.  Mit der neu geschaffenen Auszeichnung würdigt die Stadt Krefeld „herausragende Romane oder Graphic Novels in deutscher Sprache, die sich mit Märchen, Sagen, Fantasy, Science-Fiction und anderen Inhalten der Fantastik beschäftigen“ hieß es zur Einführung. Der Preis soll ab 2021 alle zwei Jahre vergeben werden - im Wechsel mit dem Niederrheinischen Literaturpreis, der ebenfalls mit 10.000 Euro dotiert ist und von einer Jury vergeben wird an Autorinnen und Autoren, die einen biografischen oder thematischen Bezug zu Krefeld oder dem Niederrhein haben.

Mit der Stiftung des neuen Preises möchte die Stadt Krefeld „hochwertige Geschichten aus der Fantastik für eine breitere Öffentlichkeit entdecken und vor allem Kinder und Jugendliche für Literatur begeistern“, heißt die Zielsetzung. Burg Linn setzt seit längerer Zeit in ihrem Programm einen thematischen Schwerpunkt auf Fantasy.

(ped)