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Krefeld: Kritik an Begriff "Summer Street"

Krefeld : Kritik an Begriff "Summer Street"

Eine Krefelder Bürgerin kritisiert das englische Wort "Summer Street" für das Fest auf der Friedrich-Ebert-Straße. "Die Stadt hätte ebenso gut einen deutschen Begriff wählen können." Die Organisatoren sind offen für Alternativen.

Die Krefelderin Ingrid Kneidinger will den Begriff "Summer Street" als Name für das große Krefelder Straßenfest am 14. August 2011 abschaffen. Kneidinger sagt: "Ich bin eigentlich ein Fan dieses Festes. Nur einen anderen Namen hätte man wählen können, ja wählen müssen.Warum Englisch, und nicht Deutsch?" Mit dem Vorschlag hat sie bereits den Ideengeber der Summer Street, den Krefelder Christian Kraus, konfrontiert. Nach den ersten Gesprächen mit den Organisatoren des Festes ist sie hoffnungsvoll, dass künftig ein deutschsprachiger Titel gewählt wird.

Organisator Christian Kraus sagt: "Ich kann das Anliegen von Frau Kneidinger verstehen. Wir haben im Organisationsgremium lange nach einem Titel gesucht, aber am Ende fanden wir Summer Street am besten. Wir waren uns aber durchaus der Tatsache bewusst, dass es Kritiker geben wird."

Ingrid Kneidinger ist Mitglied des Dortmunder Vereins "Deutsche Sprache", dem 33 000 Mitglieder angehören, darunter bekannte Namen wie Hape Kerkeling, Nina Ruge Didi Hallervorden, Ottmar Hitzfeld, Dieter Wedel und Reinhard Mey. Das Vereinsziel ist es, die deutsche Sprache als eigenständige Kultursprache zu erhalten und zu fördern. Der Verein "widersetzt sich insbesondere der fortschreitenden Anglisierung des Deutschen und der Verdrängung der deutschen Sprache aus immer mehr Bereichen des modernen Lebens." So steht es in der Satzung, Paragraph zwei.

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Tatsächlich, so sagt Dr. Holger Klatt als Sprecher des Vereins "Deutsche Sprache", würden insbesondere Behörden mittlerweile häufig englischsprachige statt deutscher Begriffe verwenden. "Die Behörden sind sich ihrer Verantwortung für die Sprache nicht bewusst. Sie wirken stilprägend. Jeder Bürger, der den Begriff Summer Street liest, muss sich fragen, warum kein deutscher Begriff gewählt wurde."

Ulrich Cloos, Leiter des Stadtmarketings, sagt: "Auch ich bin der Meinung, dass es nicht authentisch wäre, nur um Modernität nach außen zu signalisieren, in jedem Fall auf englische Begriffe zu setzen. Insofern achten wir darauf, ohne Anglizismen auszukommen. Andererseits entwickelt sich Sprache weiter, und gerade unser Land hat in seiner Geschichte Einflüsse unterschiedlicher Sprachen erlebt, die auch zu Veränderungen geführt haben."

Ideengeber Christian Kraus hat Ingrid Kneidinger inzwischen vorgeschlagen, für ihre Namensidee direkt bei der Summer Street zu werben. "Wir sind offen für Kritik. Die Summer Street wäre genau der Platz, wo man nach neuen Namensvorschlägen suchen könnte."

Der Begriff Summer Street war als Projekt aus der Kampagne "Krefeld - schön hier" hervorgegangen. Stadtmarketing-Chef Ulrich Cloos sagt: "Dabei handelte es sich nicht um ein Projekt, das durch die Verwaltung vorgeschlagen wurde, sondern es stammt aus der Feder eines Krefelders. Er hatte sein Projekt so überzeugend dargestellt, dass es bei der Endauswahl durch die Krefelder selbst ausgewählt wurde: übrigens mit diesem Titel." Bei denjenigen, die für das Projekt gestimmt haben, sei der Titel also kein Hinderungsgrund gewesen. Vielleicht habe, so mutmaßt Cloos, genau dieser Titel das Interesse geweckt.

(RP)