Krefeld: Kresch-Improvisationstheater mit frischen Ideen

Krefeld : Kresch-Improvisationstheater mit frischen Ideen

Mit Lukas Weber, dem Saxofonisten des Horst Hansen Trios, hat das Ensemble nun einen Jazz-Musiker hinzugewonnen.

Seit 1993 hat das Improvisationstheater als Genre seinen festen Platz im Kinder- und Jugendtheater Kresch. Den Workshops des Dortmunders Bernd Witte sei Dank. Nun tritt zum "Freispiel" als neues Format der "Freispielplatz" hinzu.

"Das Improvisationstheater lebt ja davon, Einwürfe und Anregungen aus dem Publikum aufzugreifen, aber nicht etwa direkt umzusetzen - das wäre ja nicht improvisiert, sondern vorhersehbar ausgeführt - aber innerhalb eines gewissen Bezugsrahmens durch freies Assoziieren und spontanes Tun zu etwas ganz Eigenem und Neuem zu entwickeln, das so noch nie zuvor stattgefunden hat", erläutert Spielleiter Helmut Wenderoth. "Die Ausdrucksmittel dabei sind von allem Sprache und Gestik. Und dem fügen wir jetzt etwas Neues hinzu, nämlich ein Element aus der bildenden Kunst. Die Zeichnerin Inga Lankenau wird unter Zuhilfenahme moderner Technik auf der Bühne mitimprovisieren, und zwar so, dass der Zuschauer ihre Beiträge auf einer großen Leinwand mitverfolgen kann und praktisch ein mit der Unvorhersehbarkeit des Spiel einhergehendes Bühnenbild geboten bekommt."

Besonders Ilka Luza, hauptberufliche Impro-Aktrice, freut sich auf die zusätzlichen Variationsmöglichkeiten, die sich daraus ergeben werden, zum Beispiel , wenn sie sich auf der Bühne so positioniert, dass ihr Kostüm Teil der Projektionsfläche wird und von der Zeichnerin gezielt verändert werden kann. Luza blickt mittlerweile auf mehrere tausend improvisierte Aufführungen zurück. Gleich nach der Schule begann sie unter Inge Brand am Kresch, zunächst als Darstellerin fester Rollen, machte unter Wenderoth weiter, durchlief eine harte aber lehrreiche Zeit als "Springmaus" in Köln und spielt heute am Kresch, am "Placebo" in Münster und am "Harlekin" in Tübingen. Dort pflegt sie eine besondere Spielart, nämlich den sog. Theatersport, bei dem zwei Impro-Ensembles um die Gunst des Publikums bzw. der Jury wetteifern. Luza, Wenderoth und natürlich auch Kresch-Chef Michael Jezierny sind stolz auf den Deutschen Meistertitel im Theatersport, den das Kresch-Ensemble 1996 errang.

Und noch eine Neuigkeit gibt es zum Freispielplatz zu verkünden. War die musikalische Begleitung der Aufführungen bisher eher an Lieder- und Schlagertiteln orientiert, so hat man mit Lukas Weber, dem Saxofonisten des Horst Hansen Trios, nun einen Jazz-Musiker für das Ensemble gewonnen, für den Improvisieren quasi das tägliche Brot ist. Als Darsteller sind übrigens noch die bewährten Dave Luza, Joschi Vogel und Britta Weyers mit von der Partie.

Kresch-Freispielplatz, Fabrik Heeder, Studiobühne II, Premiere 30. Oktober, weitere Termine 27.11. und 18.12. 2015 sowie 22.01., 19.02. und 22.04. 2016, jeweils um 20 Uhr, Altersempfehlung ab 14 Jahre, Kartenreservierungen 02151 - 86 26 26 oder kresch@krefeld.de

(RP)
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