Kreishandwerkerschaft Niederrhein: In Fichtenhain in Krefeld soll neue Zentrale entstehen

Stabwechsel : Kreishandwerkerschaft: In Fichtenhain soll neue Zentrale entstehen

Hauptgeschäftsführer Paul Neukirchen geht Ende des Monats in den Ruhestand. Sein Nachfolger wird Marc Peters. Er kümmert sich um den Neubau in Fischeln.

(RP) „Stabwechsel“ bei der Kreishandwerkerschaft Niederrhein mit Sitz in Krefeld am Westwall: Der langjährige Hauptgeschäftsführer Paul Neukirchen geht Ende des Monats in den Ruhestand. Sein Nachfolger ist Marc Peters. Während einer Feierstunde im Neusser Zeughaus erhielt Neukirchen das Goldene Ehrenzeichen der Handwerkskammer Düsseldorf. Deren Hauptgeschäftsführer Axel Fuhrmann überreichte ihm die höchste Auszeichnung der Kammer gemeinsam mit Kreishandwerksmeister Rolf Meurer.

In seiner Festrede griff Fuhrmann einen Slogan aus der Imagekampagne des Handwerks auf: „Wer etwas machen will, das ihn fordert, findet es im Handwerk.“ Für Neukirchen gingen nun 40 fordernde Jahre im organisierten Handwerk zu Ende. Nach einem BWL- und Jurastudium kam der gebürtige Kaarster 1979 als Diplom-Betriebswirt zur Kreishandwerkerschaft Neuss, im Jahr darauf wurde er mit gerade einmal 26 Jahren Geschäftsführer. 2009 gestaltete er die Fusion der Kreishandwerkerschaften Krefeld-Viersen und Neuss mit. Als Hauptgeschäftsführer leitete er die so entstandene größte Kreishandwerkerschaft Deutschlands mit 41 angeschlossenen Innungen und mehr als 4000 Mitgliedern.

„Wer über vier Jahrzehnte mit großem Erfolg an allen Gesetzesklippen, Organisationsabgründen und ehrenamtlichen Untiefen vorbeigesegelt ist, hat größte Anerkennung verdient“, sagte Fuhrmann. Neukirchen habe mit „Ruhe und äußerer Gelassenheit, mit Intelligenz und Souveränität alle Bälle in der Luft gehalten – Respekt.“

Ihre große Wertschätzung für Neukirchen brachten weitere Ehrengäste zum Ausdruck, darunter der Bundestagsabgeordnete Hermann Gröhe („Sie waren stets ein beharrlicher Sachwalter der Handwerksinteressen“) und der Landrat des Rhein-Kreises Neuss, Hans-Jürgen Petrauschke („Sie haben viel Energie und Leidenschaft in das Wohlergehen des Handwerks gesteckt“). Neukirchens überregionales Engagement für das Handwerk würdigten der Vorsitzende der „Aktion Modernes Handwerk“ und Präsident der Handwerkskammer Karlsruhe, Joachim Wohlfeil, und der Geschäftsführer der Bundesarbeitsgemeinschaft der Kreishandwerkerschaften, Andreas Fabri. Neukirchen wirkte beispielsweise an der Entwicklung der großen Imagekampagne des deutschen Handwerks mit.

Im Ruhestand wird Neukirchen mehr Zeit für Familie und Hobbys haben. Eine Kreuzfahrt mit seiner Frau Christiane ist schon geplant. Außerdem will der Vater von drei erwachsenen Söhnen wieder Schlagzeug spielen. Dazu beglückwünschte ihn Hermann Gröhe: An Charlie Watts, dem Drummer der Rolling Stones, sehe man ja, wie jung und fit die Musik halte.

Den Staffelstab gibt Paul Neukirchen nun weiter an Marc Peters. Der 49-Jährige kennt das Handwerk in der Region bestens: Er ist seit 14 Jahren bei der Kreishandwerkerschaft beschäftigt, seit 2009 als Geschäftsführer Recht. Peters (49) stammt aus einer Handwerkerfamilie: Sein Vater war selbstständiger Gold- und Silberschmiedemeister. Der neue Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Niederrhein ist in Viersen geboren und aufgewachsen. Er studierte Jura in Köln und arbeitete nach dem Zweiten Staatsexamen acht Jahre als Anwalt in Mönchengladbach.

Peters lebt mit seiner Frau Laura und den beiden Töchtern in Viersen. Er war viele Jahre kommunalpolitisch engagiert. Er ist Fan von Borussia Mönchengladbach und interessiert sich für moderne Kunst.

Als größte Herausforderung der kommenden Jahre sieht er den geplanten Neubau der Kreishandwerkerschaft. Voraussichtlich in Krefeld-Fichtenhain werde ein „zentraler Identifikationspunkt“ für das Handwerk in der Region, die Innungen und Mitgliedsbetriebe entstehen, sagte Peters. Weitere große Themen sind die Digitalisierung sowie Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel.

Peters werde mit frischen Ideen neue Impulse setzen und die Kreishandwerkerschaft Niederrhein „besonnen und mit ruhiger Hand“ führen, sagte Kreishandwerksmeister Meurer. Bei Neukirchen bedankte er sich herzlich für die vertrauensvolle Zusammenarbeit: „Wir waren ein gutes Team.“

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