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Krefeld: Krefelds Segelflieger im Aufwind

Krefeld : Krefelds Segelflieger im Aufwind

Am Egelsberg starten immer mehr Flugzeuge. Die Vereine freuen sich über das steigende Interesse.

Krefelds Piloten starten gut gerüstet in die Flugsaison 2018. Sie freuen sich, dass sich immer mehr Menschen für das luftige Hobby interessieren. Das belegen auch die Zahlen, die den Mitgliedern des Vereins für Segelsport (VFS) Krefeld jetzt bei der Jahreshauptversammlung im Restaurant auf dem Egelsberg präsentiert wurden. Vorsitzender Ansgar Heitkamp berichtete, dass es 2017 einen deutlichen Zuwachs an Starts und Flugstunden insbesondere im Segelflug gab.

So wurde der moderne Flugzeugpark, bestehend aus zwei Ausbildungsdoppelsitzern, einem Hochleistungsdoppelsitzer für Leistungsflüge, einem Übungs- und zwei Hochleistungseinsitzern bei 1530 Starts und bei insgesamt 582 Segelflugstunden genutzt. Damit konnte eine Steigerung zur Saison 2016 um 40 Prozent erreicht werden. Ergänzt man noch die Starts und Flugstunden der privaten Segelflugzeuge im VfS Krefeld, zeigt sich eine noch deutlich positivere Entwicklung.

"Das Konzept der beständigen Nachwuchsentwicklung geht voll auf," sagte Heitkamp. Lob und Pokale gab es für die beiden Nachwuchspiloten Timo Angenendt (Neukirchen-Vluyn) und Philippe Held (Krefeld-Traar). Beide dominierten in 2017 den vereinsinternen Wettbewerb im Streckensegelflug in den Klassen "Nachwuchs", "Fortgeschrittene" und im "Teamflug".

Modernisiert wurden in der Winterwartung die Fluginstrumente. So wurden vier der sechs Segelflugzeuge mit neuen Fluginformations- bzw. Variometersystemen vom Typ S80 ausgestattet. Die letzten zwei Segler erhielten wegen Frequenzumstellung neue Funkgeräte und der Hochleistungsdoppelsitzer zudem einen Transponder, damit der Flugweg bei Bedarf per Radar vom Fluglotsen überwacht werden kann. Diese Maßnahmen erfordern umfangreiche Umbau- und Elektronikarbeiten in den Cockpits, die Oliver Grundwald und Daniel Heinrichsmeyer leiteten.

Dass es auch im Bereich der Flugplatzpflege weiter voran geht, dafür sorgte 2017 die Anschaffung eines Traktors, passend zu dem vorhandenen "Mulchmäher" für die Flugplatzgemeinschaft Egelsberg. Ergänzend wird noch an einer neuen Flugplatzwalze gearbeitet. Sie wird in Eigenregie von Ralf Froese, Friedhelm Hochbruck und Martin Wessels konstruiert und gebaut. Traditionell beginnt der VfS die Saison aber in der Lüneburger Heide. Am Ostersonntag brach eine Mannschaft mit fünf Segelflugzeugen in das Osterfluglager auf. Ziel war wieder der Flugplatz Celle-Scheuen. Der gastgebende Flugsportverein nahm die VfS-Segelflieger herzlich auf und stellte den Flugplatz und sein Clubheim samt Ausstattung zur Verfügung. So verbrachten sechs Flugschüler, sechs Piloten sowie vier Fluglehrer eine Woche bei durchaus gut fliegbarem Wetter.

Informationen gibt der VfS samstags von 14 bis 17 Uhr und sonn- und feiertags von 10 bis 17 Uhr am Flugplatz, www.vfs-krefeld.de, vfs-krefeld@t-online.de

Der AERO CLUB KREFELD (ACK) hatte ebenfalls einen guten Start in die Saison. Mit strahlenden Gesichtern standen die Mitglieder jetzt vor dem Hangar auf dem Egelsberg. Die ersten warmen Sonnenstrahlen machten Lust, in den Himmel über Krefeld zu steigen und Kreise über den Niederrhein zu ziehen. Die langen weißen Anhänger der Segelflugzeuge standen aufgereiht am Zaun.

Das neue Schleppflugzeug DR300-180R, das vor einem Jahr gebraucht gekauft wurde, hat neben einem neuen Kraftstofftank noch eine komplette Überholung des Fahrwerks erhalten. Im Cockpit können sich die Mitglieder über ein neues Funkgerät, einen neuen Mode S Transponder und ein Kollisionswarngerät der neusten Generation freuen. Mit den letzten Umbauarbeiten steht den Mitgliedern nun eines der besten Flugzeuge für das Hochschleppen der Segelflugzeuge zur Verfügung. Aber auch die Anwohner in der näheren Umgebung werden sich über die leisere Schleppmaschine freuen.

Im Flugbuch des Reiseflugzeugs DR400-200R vom ACK standen nach neun Jahren im Verein fast 2000 Flugstunden. Eine Durchführung der gesetzlich vorgeschrieben 2000 Stundenkontrolle an der Zelle war für die Technik des Vereins unumgänglich. Wie bei Verkehrsflugzeugen sind alle Verschleißteile genauestens überprüft und bei Bedarf erneuert worden. Hinzu kam noch die Überholung des Propellers, der nach der Demontage zu einem Fachbetrieb für die Überholung von Propellern nach Rosenheim geschickt wurde.

Über den Winter hatten die Flugschüler Theorie gebüffelt und Unterricht in Fächern wie Aerodynamik, menschliches Leistungsvermögen, Meteorologie, Navigation, Luftrecht oder allgemeine Luftfahrzeugkunde bekommen, um nun ihre theoretischen Prüfungen bei der Bezirksregierung abzulegen.

Für die Fluglehrer des Vereins standen für den Anfang viele Checkflüge auf dem Programm. Denn vor dem ersten Start im Jahr muss jedes Mitglied einen Überprüfungsstart mit Fluglehrer durchführen. Außerdem gab es eine Auffrischungsschulung in Erste-Hilfe und Handhabung von Feuerlöschern durch den Vorsitzenden Willi Huppertz.

In der zweiten Woche der Osterferien veranstaltete der Verein ein Fluglager auf dem Egelsberg, bei dem besonders die Flugschüler auf Ihre Kosten kamen. Viele Mitglieder nutzen aber auch diese Tage, um wieder Routine zu bekommen.

Informationen über den ACK gibt es unter info@ackrefeld.de oder Telefon 0157/36115196.

(bk)