Krefeld: Krefelds schwarzes Schaf hat türkisch-englische Wurzeln

Krefeld: Krefelds schwarzes Schaf hat türkisch-englische Wurzeln

Auch der zweite Abend des Wettbewerbs "Das Schwarze Schaf 2018" bot im Südbahnhof ein buntes Spektrum talentierter Nachwuchskünstler. Wie in der vergangenen Woche wurde zwischen Kabarett und Comedy absichtlich keine Grenze gezogen.

Auch diesmal waren mehrere Teilnehmer mit Migrationshintergrund mit von der Partie, auch wenn sie in Deutschland groß geworden waren. Das machten schon die Namen deutlich, so wie bei Nektarios Vlachopoulos, der den Anfang übernahm. Als Deutschlehrer mit griechischen Wurzeln habe er von der unfreiwilligen zur freiwilligen Unterhaltung gewechselt, meinte Christoph Brüske, der auch diesmal die Moderation übernahm. Vlachopoulos, der als Kind im deutschen Südwesten mit den erheblichen Mentalitätsunterschieden zwischen Badenern und Schwaben aufwuchs, stellte übertriebene Selbstsicherheit bei politischen und mitmenschlichen Urteilen auf den Prüfstand.

Rudi Schöller kommt aus Wien. Da liegt es nahe, das Granteln zur Methode zu machen. Sein Thema war die Kehrseite der allgemein verbreiteten Forderung nach mehr Digitalisierung. Früher, so seine Beobachtung, spürten Kinder das Interesse der Eltern an ihnen. Heute dagegen, im Zeitalter des Computers, "wollen sie dauernd was erklärt haben".

Der Jüngste unter den Teilnehmern war gerade mal 17 Jahre alt. Bernard Paschke kommt aus Meckenheim. Er sei "der toleranteste Mensch der Welt", versicherte er. Man ahnte, dass so viel Eindeutigkeit einen Pferdefuß haben würde. Was folgert man für die eigene Toleranz, "wenn Angehörige von Minderheiten genau die herrschenden Vorurteile bestätigen"?

Berhane Berhane stufte sich als Ossi ein, nämlich als Ostafrikaner. Heute lebt er in Franken. Als Äthiopier brachte er von Hause aus nicht die bei uns übliche Kombination von Vor- und Nachnamen mit. Wie es bei der Einbürgerung in Deutschland zur Verdopplung seines Namens kam, schilderte der Stand-up-Comedian genauso umwerfend komisch wie seine Erfahrungen im Fast-Food-Restaurant.

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Politisches Kabarett präsentierte der Bonner Gregor Pallast. Das Klimaziel, die Erderwärmung auf zwei Grad zu beschränken, verglich er mit einem Wasserrohrbruch im Hochhaus, bei dem man sich darauf einigt, den Hauptwasserhahn um eine Vierteldrehung zurückzuschrauben.

Die Letzten wurden die Ersten. Mike & Aydin, von Hause aus Engländer und Türke, nahmen die unterschiedlichen Temperamente und Vorlieben in ihren Herkunftsländern aufs Korn. Die zahlreich erschienenen Zuschauer amüsierten sich glänzend und wählten das Duo zum Sieger des Abends.

Der Gesamtsieger aus allen vier Städten (Emmerich, Krefeld, Moers und Wesel) wird sein Soloprogramm am 8. Mai im Südbahnhof zum Besten geben.

(RP)