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Krefeld: Krefelds schönste Natur-Oasen

Krefeld : Krefelds schönste Natur-Oasen

Zuhause ist es am schönsten: Das dürfen die Krefelder mit Fug und Recht sagen. Der in komplett überarbeiteter Auflage erschiene Reiseführer "Gärten und Parks an Rhein und Maas" stellt 55 "landschaftsarchitektonische Visionen" vor - Oasen der Erholung in der Natur. Acht Empfehlungen gelten Krefeld. Nur für Düsseldorf gibt es eine mehr.

Ein großer Traum sollte nicht an der Wirklichkeit scheitern: Als Cornelius de Greiff 1840 beschloss, seine Sommerresidenz am Linner Mühlenbach zu seinem Wohnsitz zu machen, da wollte er - wie alle betuchten Grundbesitzer jener Zeit - auch einen repräsentablen Park. Doch für eine optisch beeindruckende Anlage fehlten ihm die Ländereien. Aus einem schmalen Grundstück entlang des Mühlenbachs eine optische Sensation machen, das konnte damals im Rheinland nur einer: Maximilian Friedrich Weyhe (1775-1846) - seinerzeit der Top-Designer, wenn es um Landschaftsgestaltung ging. Er hatte den Düsseldorfer Hofgarten geschaffen und den Moerser Schlossplatz.

Wie beeindruckend es Weyhe gelang, das zeigt der komplett überarbeitete und neu aufgelegte Reiseführer des Vereins "Die Straße der Gartenkunst". In "Gärten und Parks an Rhein und Maas" geht es mit prachtvollen Fotografien und informativ-unterhaltsamen Texten von Birgit Wilms zu 55 Adressen von Bonn bis Nimwegen, acht davon in Krefeld: Burgpark Linn, Landschaftspark Heilmannshof, Greiffenhorstpark, die Gärten der Villen Esters und Lange, Schönhausenpark, Schönwasserpark, Sollbrüggenpark und Stadtwald.

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Weyhe gliederte den Greiffenhorstpark mit Platanen, Esskastanien, Tulpenbäumen, Blutbuchen, Eichen und Linden - so bestimmt jeweils ein Farbakzent eine Jahreszeit. Das spiegelt dem Blick Weitläufigkeit vor, ebenso wie wie die Spiegeleffekte der Wasseroberflächen. Der Bach wurde aufgestaut, um größer zu wirken. Und zum großen Glück für den kleinen Park grenzte das Anwesen Cornelius de Greiffs an das seines Bruders Johann Philipp, der im Jagdschloss Linn residierte. Weyhe fand hochmodern eine "ganzheitliche Lösung", die durch geschickt geführte, kurvige Wege und kleine Brücken und Stege über den Bach Tiefe vermittelte. Weyhe ist auch Gestaltungsvater des Linner Burgparks. Seine Ideen der Landschaftsgestaltung sind in Krefeld dank des Euroga 2002-Projekts wieder sichtbar gemacht worden.

Weyhe, der aus einer Gärtnerfamilie stammte, hat vermutlich mehr als 100 Gartenanlagen im klassizistischen Stil gestaltet. Er bevorzugte den englischen Landschaftsgarten mit idealisierter Natur, durch die die Parks möglichst vorteilhaft in die Landschaft eingebunden wurden. Eine ganz andere Ästhetik gibt es in Gärten der Häuser Esters und Lange: Der Bauhaus-Architektur von Ludwig Mies van der Rohe in den frühen 1920er Jahren ist auch das Außengelände dem rechten Winkel verpflichtet, den geraden Sichtachsen - auch wenn die Bäume inzwischen hoch in den Himmel gewachsen sind und die Terrassen und Rasenflächen mit Skulpturen zusätzliche Blickfänge bieten.

Das private Anwesen Heilmannshof ist mit 300 Azaleen- und Rhododendron-Arten nicht nur zur Blüte im Frühjahr ein lohnenswertes Ziel. Im Sommer können Besucher mehr als 30 verschiedene Vogelarten dort singen und zwitschern hören. Und selbst an diesigen Tagen bietet das Areal noch malerische Anblicke, besonders im Gehölzgarten, der vor knapp 100 Jahren nach den Plänen von Baron von Engelhardt, Gartenamtsdirektor von Düsseldorf, angelegt wurde. In Krefeld lassen sich paradiesische Eckchen entdecken, die sicherlich nicht jeder kennt.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Krefeld: Die schönsten Oasen

(RP)