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Krefeld: Krefelds Immobilienmarkt profitiert von Düsseldorf

Krefeld : Krefelds Immobilienmarkt profitiert von Düsseldorf

Immer mehr Neubürger interessieren sich wegen der guten Anbindung an Düsseldorf für Krefeld als Wohnort. Die Immobiliennachfrage erhöhte sich nach Beobachtungen des Rings Deutscher Makler (RDM) in den zurückliegenden zwölf Monaten um 20 Prozent.

"Für den Preis einer hundert Quadratmeter großen Wohnung in Düsseldorf bekommt man in Krefelder guten Lagen ein Einfamilienhaus mit Garten und doppelt so viel Wohnfläche", berichtet Heike Lomberg, RDM-Maklerin und Gesellschafterin der Lomberg Immobilien. Diese erhöhte Nachfrage habe erstmals deutliche Preissteigerungen auf dem Kauf- und Mietmarkt für Krefeld zur Folge.

Bisher sind besonders in speziellen Segmenten Preisveränderungen spürbar: So erhöhten sich die Preise für Reihenmittelhäuser im Wiederverkauf um fünf bis sechs Prozent: an guten Standorten muss man derzeit 230.000 Euro einrechnen, fünf Prozent mehr als vor einem Jahr.

Die Kaltmieten stiegen in bevorzugten Lagen um moderate zwei Prozent. Die Preise für Eigentumswohnungen seien stabil geblieben, so die Immobilienexpertin. Sie rechnet mit Preissteigerungen von acht bis zehn Prozent in diesem Jahr.

Auffällig: Während die Nachfrage steigt, ist die Zahl der tatsächlichen Käufe nach neuen Erhebungen des Gutachterausschusses zurückgegangen: 2011 wurden noch 2075 Verkäufe von Wohnungen oder Häusern registriert, 2012 waren es noch nur 1789.

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Dies teilte gestern auf Anfrage unserer Zeitung Michael Giesen von Königshof Immobilien mit, der im städtischen Gutachterausschuss Mitglied ist. "Ich sehe zwar eine Belebung, der Umsatz ist gestiegen. Die Frage ist aber, ob alle auch kaufen."

Thomas Siegert, Geschäftsführer der Krefelder Wohnstätte, hat mit seinem Team die neue RDM-Studie analysiert: "Wir haben im Rahmen der Kampagne ,Komm doch mal rüber' ja schon vor Jahren um die Neubürger aus Düsseldorf geworben.

In den kommenden Jahren werden in Linn und Gartenstadt sowie in Hauptbahnhofnähe so viele attraktive Wohnungen der Wohnstätte modernisiert oder neu gebaut sein, dass sie auch für Düsseldorf-Interessenten ansprechend sind. Zumal an allen drei Standorten die Anbindung gut ist", sagt Siegert.

Auch der Ring Deutscher Makler sieht diesen Effekt: "Dank der Rheinquerung mit der Flughafenbrücke und dem dreispurigen Ausbau der Autobahn A 57 braucht man heute im Schnitt eine halbe Stunde bis ins Düsseldorfer Zentrum. Vor einigen Jahren musste man vor diesen Autobahnausbauten mindestens 45 Minuten einkalkulieren", sagt Lomberg.

Bei den Neubürgern stünden Einfamilienhäuser in Fischeln, Bockum Verberg und im Bismarckviertel hoch im Kurs. "Vor einigen Jahren kam die Nachfrage aus Krefeld und dem Umland, nunmehr sind wieder viele Düsseldorfer darunter."

Die Studie des Rings Deutscher Makler hat außerdem ergeben, dass insbesondere für Familien und Menschen mit geringerem Einkommen das Wohnen in der Landeshauptstadt Düsseldorf zu teuer wird.

Laut einer Analyse des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung stiegen in Düsseldorf die Eigentumswohnungspreise zwischen 2007 und 2012 um rund 26 Prozent, die Kaltmieten um 14,4 Prozent. In Krefeld ist die Steigerung deutlich geringer.

Wohnstätte-Chef Siegert: "Für die Wohnstätte haben wir aktuelle Zahlen zum Stand Ende 2011 — demnach beträgt die durchschnittliche Grundmiete 4,79 Euro, das ist eine Steigerung um 9,6 Prozent seit 2007 und damit im Rahmen."

(RP/top)