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Krefelds Gorillas – berühmt in der Zoowelt

Krefeld : Krefelds Gorillas – berühmt in der Zoowelt

Kidogo sorgte 2013 als Seiltänzer weltweit für Entzücken und entwickelte sich zu einem vorbildlichen Gruppenführer. Silberrücken Massa ist mittlerweile der älteste Gorilla, der in Europa in einem Zuchtbuch registriert ist.

Es ist eine dieser Meldungen, die beliebt sind, weil Natur- und Menschenwelt einander spiegeln. Kidogo ist volljährig, sprich 18 Jahre alt. Der Krefelder Zoo hat diese Nachricht mit einem Foto des Gorillas per Facebook verbreitet und teils rührende Kommentare bekommen, die zeigen, wie intensiv manche Menschen das Leben der Tiere im Krefelder Zoo miterleben. „Lieber Kidogo“, schreibt jemand, „für mich bist du sehr besonders, und ich finde bei dir immer Ruhe. Vergesse alles um mich und könnte stundenlang bei dir sein. Alles Gute, mein Großer.“ Das Foto ist phantastisch: Wie so oft bei Menschenaffen wirkt es, als sitze und sinne dort jemand. Er sieht jedenfalls, wie er da wie tief konzentriert sitzt, mit Verlaub, intelligenter aus als mancher humane Zeitgenosse.

Volljährig stimmt nur der Zahl nach und gemessen an Menschenverhältnissen. Kidogo, der im Jahr 2000 geboren wurde, gilt spätestens seit dem Jahr 2013 als erwachsen. Damals war er Vater geworden und musste die Führungsrolle der Gruppe im Zoo übernehmen. 2016 war er vollends souverän, man könnte sagen: erwachsen. Zoosprecherin Petra Schwinn bescheinigte dem Gorilla damals, von erfreulich sozialem Wesen zu sein. „Wir haben einen sehr freundlichen Menschenaffen“, hatte sie seinerzeit gesagt. Daran hat sich nichts geändert. Kidogo bringe „durch Herkunft und Charakter ideale Voraussetzungen“ zur Führung der Gruppe mit und – nicht unwichtig zur Erhaltung der Art – für die Zucht.

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Geändert hat sich die Stellung des alten Gorillas Massa. Er ist mittlerweile der älteste in Zuchtbüchern geführte Gorilla Europas. „Nachdem Gorilla Fritz aus dem Tiergarten Nürnberg – auch Alter Fritz genannt – am 20. August 2018 im Alter von 55 Jahren verstorben ist, ist nun unser Gorilla-Senior mit seinen 47 Jahren der älteste Gorilla-Mann im Europäischen Erhaltungszuchtprogramme (EEP)“, sagt Schwinn. Massas Gene seien über den gesamten Kontinent verteilt. Er pflanzte sich zig-fach mit Boma und Tumba fort. Massa, 1971 in Kamerun geboren, lebt seit 1975 in Krefeld und war einer der ersten Bewohner des damals neuen Affentropenhauses. Als Silberrücken leitet er heute die „Seniorengruppe“, zu der auch die Gorilla-Weibchen „Boma“ und „Tumba“ gehören. Massa hat, anders als Kidogo, „einen leicht erregbaren Charakter und ist zum Teil ein nervöser Alpha-Mann“, berichtet Petra Schwinn.

Gorillas werden auch in freier Wildbahn fast so alt wie in Zoos. Sie haben, wenn sie erst einmal ausgewachsen sind, keine natürlichen Feinde; nur Junge fallen ab und zu Raubtieren zum Opfer. Alte Männchen wie Massa werden in der Natur von jüngeren Männchen aus ihren Gruppen verdrängt und müssen ihr Leben als Einzelgänger fristen, berichtet Schwinn.

Die größten Feinde des Gorillas sind Ebola und der Mensch. Die Umweltschutzorganisation WWF bilanziert: „Alle vier Gorilla-Unterarten sind derzeit auf der Roten Liste zu finden. Nur noch rund 300 Cross River-, 720 Berg- und höchstens 5000 Östliche Flachlandgorillas durchstreifen den Dschungel. Hauptbedrohungsfaktoren sind Wilderei und Lebensraumzerstörung. Daneben häufen sich Anzeichen, dass das gefährliche Ebolavirus ganze Gorillabestände auslöscht. Nur der Bestand des Westlichen Flachlandgorillas scheint mit rund 90.000 Tieren noch ausreichend groß zu sein.“