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Krefeld: . . . Krefelds Fahrradpolizisten "Finken" heißen?

Krefeld : . . . Krefelds Fahrradpolizisten "Finken" heißen?

Polizeiintern heißen sie die Finken - nach der Abkürzung FINK für Fahrradstaffel in Krefeld. Es gibt sie in Krefeld seit 2006. Derzeit leisten 36 Männer und Frauen ihren Dienst im Sattel - sprich auf dem Fahrrad; zwei weitere befinden sich derzeit noch in der internen Fortbildung. "Es sind beliebte Stellen", sagt Paul Goltz (31), der mit seiner Kollegin Franziska Cloos (28) seit 2015 zu den Krefelder "Finken" gehören.

Beliebt nicht nur, weil man an der frischen Luft ist und automatisch viel Sport macht: "Die Arbeit ist anders. Man ist viel leichter ansprechbar", sagt Goltz, "die Leute sind wesentlich freundlicher."

Franziska Cloos bestätigt das: "In der Innenstadt reagieren die Leute ausgesprochen positiv; man hört oft: ,Es ist gut, dass Sie da sind und Präsenz zeigen'."

Die "Finken" werden mit einer Spezialschulung auf ihre Arbeit auf dem Rad vorbereitet. Das reicht vom Sicherheitstraining - etwa wie man richtig fällt - bis hin zu schnellem Abspringen, um sofort zu Fuß einsatzbereit zu sein. Und jeder "Fink" muss mindestens ein Jahr in normalem Streifendienst gewesen sein, bevor er aufs Rad darf. "Wir sind teilweise auch allein unterwegs", sagt Franziska Cloos - und so auf sich gestellt, da braucht es doch eine gewisse Erfahrung.

Ansonsten sind die Polizisten den gleichen Gefahren wie alle Radfahrer ausgesetzt: "Ich bin einmal von einem Autofahrer beim Öffnen der Türe vom Rad geworfen worden", berichtet Paul Goltz. Trotz Überschlag wurde er nur leicht verletzt, auch dank des Fahrradhelms: "Der war der Länge nach gespalten", berichtet Goltz. Auch die leuchtend gelben Sicherheitswesten wirken nur bedingt: "Wir können noch so sehr leuchten - manche Leute sehen uns dennoch nicht", ergänzt Franziska Cloos und lächelt.

Pro Tag legt man je nach Einsatzort zwischen zehn und 30 Kilometer zurück, schätzen die beiden Polizisten. Sie sind auf Rädern mit Sieben-Gang-Nabenschaltung unterwegs. "Das reicht völlig, um auch den Hülser Berg hochzukommen", sagt Goltz, "und die Nabenschaltung ist robuster als die Kettenschaltung".

Vorreiter für den Krefelder Streifendienst per Fahrrad war übrigens das europäische Fahrradvolk schlechthin: die Niederländer.

(vo)