Krefeld: Krefelds Altbier-Boom

Krefeld : Krefelds Altbier-Boom

Nach einer Analyse des Verbandes Rheinisch-Westfälischer Brauereien ist die Altbierproduktion um 5,2 Prozent eingebrochen. Die Brauerei Königshof hingegen hat jedes Jahr zweistellige Zuwachsraten.

Seit Jahren weisen die Produktionszahlen fürs Altbier deutschlandweit nach unten. Jetzt hat der Verband Rheinisch-Westfälischer Brauereien die neueste Statistik vorgelegt. Allein in den ersten drei Quartalen dieses Jahres sank die Produktion gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 726 687 Hektoliter auf 688 808 Hektoliter.

Das ist ein Minus von 5,2 Prozent. Zum Vergleich: Insgesamt ging die Bierproduktion in Deutschland um 1,0 Prozent zurück. Altbier — so macht die Statistik Glauben — ist der große Verlierer im Biermarkt, seine Marktanteile gehen dramatisch zurück.

Doch die Realität sieht anders aus. "Wir haben seit vier Jahren stets zweistellige Zuwachsraten bei der Altbierproduktion unserer eigenen Marken", berichtet Frank Tichelkamp, Verkaufsleiter der Brauerei Königshof. Mittlerweile vertreibe die Brauerei mehr Alt als zu Zeiten der Schließung der Rhenania Brauerei im Jahr 2001. "Das Wachstum ist im Fassbier sogar erheblich.

Das hat im Sommer zu einem Leergut-Engpass geführt und beeinflusst auch die Planung für Silvester und Karneval." Auch bei den eigenen Pilsmarken gewinne die Brauerei Königshof zwar hinzu, "allerdings liegen dort die Zuwachsraten deutlich unter denen unseres Altbiers", berichtet der Verkaufsleiter. In diesem Jahr soll die Produktionsmenge der Eigenmarken erstmals eine sechsstellige Hektoliterzahl sein.

Seit September 2007 produziert die Brauerei Königshof die Premiummarke "Original Königshofer" und seit September 2008 die eigene Preiseinstiegsmarke Brauerei Königshof Biere.

Die Krefelder Brauerei an der Obergath, nach dem Verkauf der Braurechte von Rhenania an Krombacher 2003 am alten Rhenania-Standort gegründet, ist allerdings nicht Mitglied im Verband Rheinisch-Westfälischer Brauereien. Deshalb tauchen ihre Produktionsmengen nicht in der Statistik des Verbandes auf.

Die sähe sonst nämlich ganz anders aus. "Allein unsere Brauerei füllt mit ihren eigenen Marken die vom Verband genannte Differenz im Rückgang des Segmentes Alt aus", sagt Tichelkamp. Hinzu kommen weitere freie Brauereien, deren Alt-Produktionsmengen ebenfalls nicht in der Statistik erfasst werden.

"Die Nachfrage nach Altbier ist da, allerdings gibt es oft kein Angebot", sagt Tichelkamp. "Beispielsweise wurde beim Fest zur Einweihung der Dio-Spitze zwar Pils aber kein Alt ausgeschenkt." Bei der Straßenmodenschau gab es nur an vereinzelten Getränkeständen Altbier.

Das will Tichelkamp im nächsten Jahr ändern. "Wir bewerben uns als Partner der Modenschau 2012. Wenn wir den Zuschlag erhalten, gibt's an jedem Getränkestand auch Altbier."

(RP)
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