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Krefelds 15. Car Sharing Station hat in Hüls mit einem E-Golf eröffnet

Verkehr in Krefeld : Ein Car-Sharing-Standort für Hüls

Am Marktplatz können Interessenten jetzt einen E-Golf für Fahrten ausleihen. Ein zweites Fahrzeug mit Verbrennungsmotor soll bald dazukommen. Die Kooperation von SWK und Stadtmobil sehen Ausbaumöglichkeiten.

Direkt am Hülser Marktplatz, an der Ecke Josef-Heinrichs und Schulstraße steht seit Montag ein Fahrzeug des Carsharings, das Stadtwerke und Stadtmobil gemeinsam betreiben. Zeitnah soll zu dem E-Golf auch ein zweites Fahrzeug mit Verbrennungsmotor hinzukommen. Damit wird auch der nordwestliche Stadtteil nun in das Netz aufgenommen. „Die ersten Überlegungen gab es vor einem halben Jahr. Wir haben dann gemeinsam in der Bezirksvertretung die politischen Weichen gestellt“, sagt Bezirksvertreter Timo Kühn. Auch bei den Verantwortlichen der beiden Unternehmen, sowie der Verwaltung, fanden die politischen Vertreter sofort offene Ohren. „Hüls ist ein Standort, der für Carsharing prädestiniert ist, was die sozioökonomischen Daten angeht“, sagt Matthias Kall, Geschäftsführer von Stadtmobil. Perspektivisch möchte das Unternehmen die Abdeckung im Stadtteil weiter ausbauen. „Carsharing lebt von der Verfügbarkeit der Autos und da ist es gut, Ausweichstandorte in erreichbarer Nähe zu haben. Aber hier reden wir von einem Zeithorizont von zwei bis drei Jahren“, erläutert er.

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Eine zu schnelle Expansion sei nicht möglich. „Wir sind nicht wie andere Anbieter an die Automobilindustrie angebunden. Unsere Träger sind Vereine, die sich dem Umweltschutz verschrieben haben. Darum haben wir nicht die Mittel, zu viel Expansion auf einmal zu betreiben“, sagt er weiter. Ein neuer Standort brauche immer Zeit, um sich zu etablieren und rentabel zu werden.

Generell laufe das Konzept in Krefeld gut. „Natürlich ist es in den großen Metropolen, wo der Parkdruck noch höher und die ÖPNV-Abdeckung noch besser sind, noch besser. Aber gerade in der Innenstadt herrscht auch in Krefeld in einigen Quartieren durchaus großer Parkdruck, und der ÖPNV, als Partner des Carsharings, ist gut ausgebaut“, sagt Kall.

Dem pflichtet Arndt Thißen, Verantwortlicher bei den SWK, bei. „ÖPNV ist fast immer ein Zuschussgeschäft. Nur Berlin schreibt schwarze Zahlen. Aber wenn über ein gutes Carsharing-Netz die Menschen das Angebot haben, für die Fahrt zum Möbelhaus oder zur Tante am Wochenende doch mal ein Auto – und das zielgerichtet nach den Anforderungen – nutzen zu können, dann stärkt das auch den ÖPNV. Viele denken dann darüber nach, das eigene Auto abzuschaffen und rüsten sich mit einem Jahresticket aus“, sagt er. Damit seien SWK und Stadtmobil logische Partner.

Besonders weil der lokale Versorger auch für die Ladeinfrastruktur der E-Fahrzeuge verantwortlich zeichnet. „Wir bieten an 13 der nun 15 Standorte zugleich eine öffentliche Lademöglichkeit für private PKW an. Das wird auch am 16. Standort an der Königstraße der Fall sein, der in den kommenden Tagen eröffnet wird“, sagt Thißen. Diese öffentlichen Ladepunkte seien wichtig für die E-Mobilität. Allerdings seien sie nur eine weitere Option. „Die Nutzer suchen eigentlich nach Möglichkeiten, auf dem Stellplatz zu Hause oder am Arbeitsplatz. Öffentliche Ladestationen sind nur bedingt angenommen und ich gehe davon aus, dass das auch so bleiben wird.“

 Über die Hälfte der Fahrzeuge im Bestand von Stadtmobil in Krefeld sind E-Mobile. „Alle Fahrzeuge sind reine Elektrofahrzeuge. Plug-In-Hybride sind in meinen Augen in jeder Hinsicht eine Katastrophe. Was dort an Ressourcen für den Bau und den Betrieb verbraucht wird, lehne ich ab. So lange ich verantwortlich bin wird es diese bei Stadtmobil nicht geben“, sagt Kall. Und:  „Mehr Standorte machen es auch für die Nutzer komfortabler. Somit ist eine gute Abdeckung langfristig wichtig für noch bessere Nutzerzahlen. Für den Status Quo sind wir aber mit allen Parametern sehr zufrieden“, betont Kall.