Krefeld: Krefelderinnen drehen Film für Berlinale

Krefeld: Krefelderinnen drehen Film für Berlinale

Die ersten Szenen für die 70-minütige Komödie: "Wie die Frauen so ticken" sind im Kasten. Gedreht wird nur in Krefeld.

"Hast du nicht Lust einen Film zu drehen?" - mit dieser einfachen Frage startete im August ein Projekt, das das Leben dreier Krefelderinnen momentan komplett auf den Kopf stellt. "Es ist ein Abenteuer, auf das wir uns einlassen. Eines, das bisher unglaublich viel Spaß macht", sagt Svetlana Schotte, die bei der 70-minütigen Komödie "Wie die Frauen so ticken" Regie führt. Gemeinsam mit ihren Freundinnen will sie den weiblichen und männlichen Zuschauern erklären, was die Frauen ausmacht - und das auf eine neue und amüsante Art und Weise. Die ersten Drehtage haben die Power-Frauen inzwischen geschafft. Für ihren Film haben sie ein ambitioniertes Ziel: Nächstes Jahr soll er bei der Berlinale zu sehen sein. "Noch ist der Weg aber lang. Wir sind auf Unterstützung angewiesen, um es zu schaffen", sagt Schotte.

Alle drei Frauen sind Experten auf ihrem Gebiet. Schotte ist Profi im Bereich Regie, Laura Jo-Schumacher und Caroline Leisau sind gelernte Schauspielerinnen. "Svetlana und ich haben uns bei einem Casting kennengelernt und sind Freundinnen geworden", sagt Jo-Schumacher. Gemeinsam besuchten die beiden in diesem Sommer eine Film-Premiere. Danach stand für sie fest: So etwas muss man auch mal mit einem eigenen Film erleben. Über Jo-Schumacher kam Caroline Leisau mit ins Boot, die diesen Traum teilt. "Danach ging es ziemlich schnell. Svetlana hat wie eine Verrückte am Drehbuch gearbeitet, so dass wir jetzt - nur vier Monate später - schon mit den Dreharbeiten anfangen konnten", sagt Leisau.

Das Trio leistet dabei natürlich den Löwinnen-Anteil der Arbeit. Neben Regie und Schauspiel sind die Frauen noch mit Casting, Kostümen, Styling, dem Suchen von Drehorten und vielem mehr beschäftigt. Ganz alleine stellen sie den Spielfilm aber nicht auf die Beine. "Es gibt rund 30 bereits vergebene Rollen sowie viele Statisten, die im Film mitspielen", sagt Schotte. Dazu kommen noch weitere Helfer wie Kameraleute und eine Maskenbildnerin. "Wir sind begeistert, wie viele Kollegen unsere Idee toll fanden und mitspielen wollten", sagt Jo-Schumacher. Denn das große Geld winkt bei ihrer Produktion (noch) nicht. "Wir arbeiten wie viele in der Branche mit Rückstellungsverträgen. Ansonsten könnten wir das nicht finanzieren", sagt Schotte. Das bedeutet, dass die Schauspieler ihre volle Gage erst bekommen, wenn der Film fertig ist und sich eine gewisse Profitabilität einstellt.

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Momentan sind die drei froh, die ersten Schritte gemacht zu haben. "Obwohl sich viele der Schauspieler noch nicht kannten, war beim ersten Dreh eine tolle Stimmung und es hat alles gut geklappt", berichtet Schotte. Gedreht wurde unter anderem auf dem Weihnachtsmarkt an der Dionysiuskirche und auf der Hochstraße. Jetzt werden weitere Drehorte gesucht, darunter auch eine Diskothek. "Wir möchten auf jeden Fall alles in Krefeld drehen, damit die Menschen viele Orte wiedererkennen ", sagt Schotte.

Inhaltlich geht es in den 70 Minuten um Linda, eine junge Krefelderin, deren Gefühle plötzlich ein Eigenleben entwickeln. So bekommen etwa die Liebe, die Eifersucht und der Verstand eigene Körper, die mit der Hauptfigur ein Engelchen-Teufelchen-Spiel treiben. Die Macherinnen spielen mit Klischees, wie dem prall gefüllten Kleiderschrank und nehmen sich dabei selbst nicht zu ernst. "Wir wollen uns als Frauen schon ein bisschen selbst auf die Schippe nehmen", sagt Schotte.

Die nächsten Drehtage stehen im Januar an. Der Zeitplan ist straff - am 30. November 2018 muss der Film spätestens zur Berlinale eingereicht werden. "Pro Drehtag schafft man höchstens fünf Minuten des Spielfilms und das nur, wenn man wirklich schnell ist", weiß Schotte. Damit am Ende wirklich alles klappt, sucht das Trio noch nach Unterstützern - auch mithilfe einer Crowdfunding-Kampagne. "Es wäre toll, wenn uns Menschen dabei helfen, unseren Traum zu verwirklichen", hofft Schotte.

(kron)