Krefelderin mit Buch über Südafrika und Nelson Mandela

Krefelder Buchautorin: Mandelas Traum auf der Spur

Leonie March hat Krefelder Wurzeln und Südafrika im Herzen. Die 44-Jährige hat ein viel beachtetes Buch über das Land, die Leute, die Politik und Nelson Mandela geschrieben.

Seit neun Jahren lebt sie im südafrikanischen Durban, jetzt kommt sie nach Krefeld: Leonie March liest aus „Mandelas Traum“. „Es ist mein erstes Buch, meine erste Lesereise und meine erste Lesung“, sagt sie voller Vorfreude. Für ihr Buch hat sie in mehreren Etappen ihre Wahlheimat Südafrika bereist: „Ich war insgesamt zwei Monate unterwegs, die Reise war 3000 Kilometer lang.“ Leonie March hat sich „jenseits der touristischen Trampelpfade und jenseits der schlagzeilenträchtigen Skandale“ bewegt. In Kooperation mit dem anderen Buchladen stellt sie das Buch am Mittwoch, 19. September, vor.

Jedes der sechs Kapitel ist einer Region gewidmet, von KwaZulu-Natal über Eastern, Western und Northern Cape geht es nach Johannesburg und Limpopo. Leonie March hat genau hingeschaut und hingehört und berichtet von ihren Begegnungen mit den Menschen, von den politischen und gesellschaftlichen Veränderungen seit dem Ende der Apartheid. Ihre Gesprächspartner sind „Menschen, die Südafrika im Kleinen prägen, aber große Veränderungen im Blick haben“.

Leonie March ist 1974 in Kaarst geboren und hat Krefelder Wurzeln. Sie war schon 1990 als Austauschschülerin in dem großen Land: „Wir haben das privat organisiert.“ Sie lebte in einer Gastfamilie, die sehr rassistisch war – Befürworter der Apartheid, also der Rassentrennung von Schwarzen und Weißen. In dem Jahr, 1990, wurde Nelson Mandela aus dem Gefängnis entlassen, vier Jahre später wurde er der erste schwarze Präsident des Landes. Für Leonie March war ihr erster Aufenthalt in Südafrika prägend: „Die Zeit hat mich politisiert“, sagt sie. Sie hatte von ihrem Vater schon viele Geschichten über Afrika gehört, denn er lebte lange Jahre in Angola.

Leonie March hat den Beruf der Journalistin ergriffen und kam aus beruflichen Gründen 2002 wieder nach Südafrika. „Dann ist der Groschen gefallen“, sagt sie. Es ist für sie ein Land, in dem sie leben, arbeiten und reisen kann. Was sie an Südafrika so schätzt: „Die Vielfalt und den Kampfgeist der Menschen, die trotz aller Hindernisse den Traum weiterverfolgen, um alles zum Guten zu wenden. Die Freundlichkeit der Menschen und die Weite in der Natur und in der Landschaft.“ Mandelas Traum ist in der Freiheitscharta formuliert, erklärt sie: „Ein Land, das allen gehört, die in ihm leben.“

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Angst hat Leonie March auf ihrer Reise nicht empfunden: „Ich kenne das Land gut und lebe dort“, sagt sie. „Außerdem habe ich mit der Zeit ein Gefühl für die Gegend entwickelt und einen Instinkt für Situationen. Es gibt natürlich auch Orte, wo man nicht allein hingeht.“ Sie hat als alleinreisende Frau auch erlebt, dass „Leute immer ein Auge auf mich haben – die Südafrikaner sind von großer Hilfsbereitschaft.“

In ihrem Buch verbindet sie die Berichte über Begegnungen immer mit genauer Recherche, so dass der Leser die Menschengeschichten und darüber hinaus viele Einzelheiten über das politische und gesellschaftliche System der Republik Südafrika erfährt. Fotos, Zeichnungen am Anfang jeden Kapitels und zwei Karten machen ihr Buch zusätzlich anschaulich. Ihr Fazit: „Südafrika ist schon sehr weit gekommen, aber der Weg ist immer noch weit.“

„Mandelas Traum“ wurde für den deutschen Markt geschrieben. Sie hofft, das es ins Englische übersetzt wird – „Die Protagonisten wünschen sich das.“