Im Zoo Krefeld Ein neues Netz für die Guereza-Anlage

Krefeld · Die ursprünglich aus Afrika stammenden Mantelaffen haben eine neu gestaltete Anlage. Mitarbeiter der Firma Blue Consult aus Uerdingen unterstützten den Zoo an zwei Tagen mit tatkräftiger Hilfe und einer Spende über 25.000 Euro.

 Vor der neuen Guereza-Anlage stehen Roger Buchta, Wolfgang Dreßen, Adam Mathea und Martin Rott (v.l.)

Vor der neuen Guereza-Anlage stehen Roger Buchta, Wolfgang Dreßen, Adam Mathea und Martin Rott (v.l.)

Foto: Lammertz, Thomas (lamm)

Die Zeiten, in denen sich junge Guereza-Äffchen durch die großen Maschen des ehemaligen Löwen-Außengeheges mogeln konnten und anschließend frei im Zoo herumsprangen, sind endgültig vorbei. Denn ab sofort sind die agilen Kletterer in einer runderneuerten Anlage untergebracht, die von einem ebenfalls neuen und deutlich engmaschigeren Netz überspannt ist. Möglich machte dies der Einsatz der Krefelder Firma Blue Consult, die neben der Arbeitskraft ihrer Mitarbeiter auch reichlich finanzielle Mittel in das Charity-Projekt steckte.

Für die Netzkonstruktion aus hochseefestem Material, inklusive der aufwändigen Montage, steuerten die IT-Profis 25.000 der insgesamt benötigten 32.000 Euro bei. Dazu kamen 94 Personentage, da sich über 50 Mitarbeiter aus ganz Deutschland an dem Projekt beteiligten und ihren Arbeitstag statt vor dem Computer im Krefelder Zoo verbrachten.

„Der Freitag war ein Arbeitstag, am Samstag haben viele freiwillig weitergemacht. Außerdem haben wir eine Abendveranstaltung für alle im Zoo organisiert“, erzählt Roger Buchta von Blue Consult. Ihm bleiben viele schöne Erlebnisse in Erinnerung wie die Fütterung der Erdmännchen und Pinguine. Auch Geschäftsführer und Mitbegründer Martin Rudolf Rott war vor Ort und legte sich ins Zeug. Schließlich galt es neben der Guereza-Außenanlage noch zehn bis elf weitere Projekte auf dem Zoo-Gelände zu stemmen, darunter auch die Pflege verschiedener Bepflanzungen, die Reinigung der über 100 Parkbänke oder die Instandsetzungen in Forscherhaus, Regenwaldhaus oder des Bollerwagen-Fuhrparks. „Und ganz nebenbei war noch Zeit, die Räume der Verwaltung neu zu streichen“, erzählt Zoosprecherin Petra Schwinn.

Der Krefelder Zoo hat sich zum ersten Mal an einem solchen Charity-Projekt beteiligt. Am Anfang war die Skepsis deshalb groß. „Wir wussten von Praktikanten, die mithelfen wollen, dass der Betreuungsbedarf groß sein kann. Außerdem war diese Art der Hilfe für uns ungewohnt. Letztendlich waren aber alle Blue Consult-Mitarbeiter mit sehr viel Engagement und großer Freude dabei und hatten durchaus auch handwerkliche Fähigkeiten. Und auch unsere Mitarbeiter haben die Situation toll gemeistert und sind offener geworden“, erinnert sich Zoodirektor Wolfgang Dreßen, der deswegen nichts gegen eine Wiederholung einzuwenden hätte.

Die IT-Firma mit Hauptsitz in Uerdingen macht bereits seit einigen Jahren regelmäßig solche Charity-Tage. Der Wunsch, dem durch den Großbrand schwer getroffenen Krefelder Zoo zu helfen, kam aus der Mitarbeiterschaft. „Regionale Hilfe mit Arbeitseinsatz und einem finanziellen Beitrag sollte dem Zoo den erlittenen Verlust etwas erleichtern“, sagt Roger Buchta. Aufgrund von Corona musste das Projekt jedoch bis in dieses Jahr verschoben werden – immer noch unter Corona-Hygieneauflagen. Leider spielte das Wetter so gar nicht mit. Dennoch wurde der Einsatz für die IT-Experten zu einem Erlebnis, an das sie sich gern erinnern.

Die Guerezas sitzen bereits entspannt auf ihren neuen Klettermöglichkeiten im Innen- und Außenbereich. Auch das Dachnetz einer Rostocker Spezialfirma ist so stabil, das es zum Turnen und Hangeln einlädt. Als Gewinn für alle, bezeichnet deswegen Geschäftsführer Rott das Projekt. Und Zoo-Chef Dreßen ergänzt: „Wir sind als Zoo wirklich begeistert von der tollen Unterstützung. Es wurde in herzlicher Atmosphäre Großartiges geleistet.“

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