Krefeld: Krefelder waren die Stars des Folklorefestes

Krefeld: Krefelder waren die Stars des Folklorefestes

Die Krähe, in diesem Jahr das Wappentier des Folklorefestes, wachte am Freitag und Samstag über den Platz an der Alten Kirche, wo Krefelds schon traditionelle Mega-Party zum Ende der Schulferien über die Bühne ging.

Bei stabilem Wetter warfen Küchenteams aus acht Ländern ihre Grills an, um die Gäste von ihren Ständen aus mit preiswerten Köstlichkeiten zu versorgen. Und während sich die aufsteigenden Düfte zu mischen begannen, führten Torsten Zapka und Partnerin vor, wie man zu Son Cubano und Salsa tanzt, denn dieser Musik war der Themenabend am Freitag gewidmet.

Mit der Band "Soneros de Verdad" spielte dann ein direkt von der Rum- und Zuckerinsel kommendes Oktett auf, das sich mit Recht als junge Nachfolge des Buena Vista Social Club versteht. Sie machten ihren Vorbildern alle Ehre. Vor allem Juan "Cotó" de la Cruz Antomarchi an der dreisaitigen Tres-Gitarre, Lead Sänger Luis Frank Arias und das atemberaubende Percussion-Team Alexander Garcia Barrera und Fabián Sirgado Pérez rissen mit.

"So ein Mist!" war das passendste und erfolgreichste Lied, mit dem das Duo "Spunk" am Samstag ab 14 Uhr die Kinder unterhielt, denn es regnete in Strömen und hörte erst gegen Ende ihrer Vorstellung auf. Ein zweite Dusche gab es, als Pelodum, die brasilianisch-deutsche Trommelgruppe aus Essen, mit jenen Rhythmen aufspielte, die durch Paul Simons Album "Rhythm Of The Saints" weltberühmt wurden. Doch Moderator Helmuth Wenderoth empfahl: "Das böse R-Wort gar nicht erwähnen und sich das Wetter einfach schönreden", verkündete er als Rezept, und tatsächlich blieb es von da an trocken und wurde sogar noch richtig freundlich. Nach der offiziellen Begrüßung durch den Museumspädagogen Thomas Janzen eröffnete das mongolische Quartett Sedaa das Hauptprogramm. Während das zuvor etwas zögerliche Publikum nun in hellen Scharen auf den Platz strömte, begeisterte vor allem Ganzorig Davaakhuu mit seiner melodischen und rhythmischen Virtuosität am Hackbrett.

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Ein besonderer Reiz ging neben dem leicht shanty-artig wirkenden Satzgesang auch vom Zusammenwirken der mongolischen Volksinstrumente mit der ebenfalls meisterlich gespielten Gitarre von Omid Bahadori aus. Die Gruppe "Euzen" aus Dänemark dagegen erwies sich - nach einem harmlosen Gasknall auf einem der Bierwagen - in Sachen Rhythmus als marschmäßig langweilig. Lediglich Sängerin Maria Franz lockerte die gothic-ähnliche Monotonie ein wenig auf.

Voll erreicht wurde das von Wenderoth beschworene "Ende der Griesgrämigkeit" erst mit dem Auftritt des "Mondo Mash Up Sound Systems", jenem unwiderstehlichen Dutzend junger Krefelder Musiker, die vor nichts Halt machen, schon gar nicht vor dem Spaß an der Spielfreude. Mit einem elegant abgefälschten Reggae der Schlagwerker ging's los, eine Brian Auger-Orgel gesellte sich dazu, dann stiegen memphis-mäßige Bäser ein, und auch nach ihrem Set rühmte man im Publikum noch lange die fantastische Rhythmik und den witzigen Stil-Mix der Truppe. Das konnten auch die acht Jungs von "Karamelo Santo" aus Argentinien nicht toppen, gaben dem Festival aber mit ihrer Latino-Interpretation des karibischen Ska einen tollen Abschluss.

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(RP)
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