Krefeld: Krefelder Waldorf-Kita weist Missbrauch-Vorwürfe zurück

Krefeld : Krefelder Waldorf-Kita weist Missbrauch-Vorwürfe zurück

Der Vorstand des Krefelder Rudolf-Steiner-Waldorfkindergarten hat Vorwürfe zurückgewiesen, in seiner Einrichtung seien Kinder von Erzieherinnen sexuell missbraucht, absichtlich verletzt oder mit Drohgeschichten eingeschüchtert worden, doch am Krisenmanagement des Kindergartens wurde auch Kritik laut.

Die Vorwürfe, die von Eltern erhoben worden waren und denen die Staatsanwaltschaft nachgeht, weist der Vorstand als haltlos zurück. Er kündigte zudem ein Gegengutachten zu der Expertise der Staatsanwaltschaft an, in der Aussagen von zwei Kindern als teilweise glaubwürdig eingestuft werden. Der Kita-Vorstand zweifelt die Stichhaltigkeit des Gutachtens an. Die Kita sieht sich als Opfer einer Kampagne von "zehn bis elf Personen".

Am Krisenmanagement des Kindergartens wurde auch Kritik laut

Der Geschäftsführer des Krefelder Kinderschutzbundes, Dietmar Siegert, kritisierte, dass die Mitarbeiterinnen nicht bis zur Klärung der Vorwürfe vom Dienst suspendiert worden seien.

"Ich rate Trägern von Jugendhilfeeinrichtungen generell, die Mitarbeiter, gegen die sich der Vorwurf des sexuellen Missbrauchs richtet, für die Dauer der Ermittlungen freizustellen." Die Träger sollten sich dann an externe Beratungsinstitutionen wie das Missbrauchs-Beratungszentrum "Zornröschen" in Mönchengladbach wenden. Auch bezeichnete er die Kritik an dem Gutachten als "unangemessen". Der Kita-Vorstand erwecke den Eindruck, dass man solchen Kindern nicht glauben dürfe; zudem seien die Anforderungen an die Gutachter sehr hoch.

Der Waldorf-Kita-Vorstand stellt die Glaubwürdigkeit der beiden betroffenen Kinder infrage. Die Psychologin, die das Gutachten für die Staatsanwaltschaft geschrieben hat, habe "leider die besondere Problematik der Verhaltensauffälligkeiten der Kinder" nicht berücksichtigt.

So hätten die Kinder auch berichtet, sie hätten den Kindergarten angezündet und alle Kinder verbrannt. Auffällig bei den beiden Kindern, die Opfer geworden sein sollen, sei "eine aggressive, gewaltdurchsetzte Fantasievorstellung" gewesen; sogar Erzieher seien mit Schlägen, Tritten und Besteck attackiert worden.

Nach Rücksprache mit einem Arzt und den Eltern seien für kurze Zeit aus heilpädagogischen Gedanken heraus "Fußeinreibungen" und Bauchmassagen vorgenommen worden. Zu keinem Zeitpunkt seien Kinder in einem Keller eingesperrt oder ihnen Angst einflößende Geschichten erzählt worden. Die beiden Mitarbeiterinnen hätten in der Zwischenzeit ihre Arbeitsverhältnisse aus eigenem Entschluss gekündigt.

(RP)
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