Wintersturm Burglind: Krefelder Tafel sucht nach Sturmschaden ein Ausweichquartier

Wintersturm Burglind: Krefelder Tafel sucht nach Sturmschaden ein Ausweichquartier

Die Stadt sperrt den gesamten Bereich um den Bunker inklusive eines Teils der Schönwasserstraße sowie die Zufahrt zum Kindergarten Herz-Jesu und zu einigen Wohngebäuden auf unbestimmte Zeit.

Als in dieser Woche Wintersturm Burglind über Krefeld fegte, da wurde auch der Hochbunker an der Schönwasserstraße in Mitleidenschaft gezogen. Auf dem Betonklotz aus dem Weltkrieg wurde seinerzeit ein Spitzdach - vermutlich zur Tarnung vor Luftangriffen - angebracht. Dieses wurde nun durch den Sturm beschädigt und Teile der angebrachten Dachpappe fortgerissen.

Hansgeorg Rehbein, Vorsitzender der Krefelder Tafel Foto: TL

Im Ergebnis können die immer noch starken Winde die Konstruktion nun weit besser angreifen und so droht das Dach komplett oder in Teilen ein- und abzustürzen. Aus diesem Grunde sperrte die Stadt nun den gesamten Bereich um den Bunker inklusive eines Teils der Schönwasserstraße sowie die Zufahrt zum Kindergarten Herz-Jesu und zu einigen Wohngebäuden auf unbestimmte Zeit. Während aber die Kinder und die Anwohner über das Gelände des dort liegenden Pfarrheims auch von der anderen Seite einen Zugang haben, kann die Krefelder Tafel das Areal derzeit nicht nutzen. Der Bunker, dessen Eigentümer die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben ist, wird von der karitativen Einrichtung genutzt, um die eingesammelten Lebensmittel zwischenzulagern und zu sortieren. Außerdem ist eine von fünf Ausgabestellen der Tafel auf dem Gelände.

Diese kann nun nicht betrieben werden und auch die Vorsortierung der Lebensmittel fällt weg. Der Betrieb insgesamt geht aber, wenn auch unter erschwerten Bedingungen, unvermindert weiter. "Wir versorgen rund 4000 Bedürftige in Krefeld und es ist unsere absolute Priorität, diese Versorgung aufrecht zu halten. Die Sortierung fällt nun weg und wir bringen die eingesammelten Lebensmittel direkt zu den anderen Ausgabestellen. Dazu zählt auch die Ausgabe von ,Das tägliche Brot' an der Dionysiuskirche", sagt der Tafel-Vorsitzende Hansgeorg Rehbein.

Aktuell arbeiten die Verantwortlichen gemeinsam mit der Bundesanstalt daran, einerseits eine alternative Stelle für die Ausgabe in der Region um die Schönwasserstraße zu finden und andererseits, das Dach des Bunkers zu sichern oder, im Extremfall, einfach abzutragen. "Wir sind derzeit mit einigen Anbietern alternativer Räumlichkeiten im Gespräch. Wenn sich aber jemand findet, der uns übergangsweise seine Räume in diesem Gebiet zur Verfügung stellen würde, wären wir sehr dankbar", sagt Rehbein, der davon ausgeht, dass der Bedarf einer Ausweichlokalität nicht all zu lang andauern sollte.

Für die Mitarbeiter der Tafel sorgt die aktuelle Situation für erschwerte Arbeitsbedingungen, denn die bisherige Praxis, Lebensmittel einzusammeln, im Bunker vorzusortieren und dann entsprechend aufbereitet und sortiert taggleich oder am nächsten Tag zu den Ausgaben zu bringen, muss derzeit wegfallen. Direkt in den Autos wird unter beengten Platzverhältnissen sortiert und dann unmittelbar zu den Stellen gefahren. Das ist zwar mühsam, doch die Versorgung der Bedürftigen hat für Verantwortliche wie Mitarbeiter der Tafel absolute Priorität. Die Hoffnung, dass bald wieder alles wie gewohnt ablaufen kann, ist bei allen Beteiligten groß.

(RP)