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Krefelder Studenten der Hochschule Niederrhein sammeln Hilfsgüter

Hilfsprojekte in Krefeld : Studenten sammeln Hilfsgüter

Die Zeit ohne Vorlesungen nutzt der Asta der Hochschule Niederrhein für Hilfsprojekte. Unterstützt werden Bedürftige in Krefeld und Mönchengladbach, aber auch im Flüchtlingslager Lesbos.

Die Krise rund um das Corona-Virus trifft vor allem die Menschen hart, die ohnehin schon zu den Unterprivilegierten der Gesellschaft zählen. Die Tafel in Mönchengladbach etwa musste schließen, es gibt keine Lebensmittel für die Bedürftigen.  „Darüber haben wir in der Studentenschaft der Hochschule Niederrhein diskutiert und im Asta darüber gesprochen, wie wir etwas ändern können. Schließlich sind wir eine Menge intelligenter und gut ausgebildeter Menschen“, sagt der Vorsitzende des Allgmeinen Studentenausschusses (Asta), Patrick Wendtland. „Am Ende sind wir bei der einfachsten und offensichtlichsten Art der Hilfe als Sofortmaßnahme gelandet: Spenden.“

Ein Orga-Team hat karitative Einrichtungen kontaktiert und Bedarfe ermittelte. „Dabei kam heraus, dass vor allem haltbare Lebensmittel und Hygieneartikel benötigt werden. Also Nudeln, Reis, Konserven, H-Milch oder Getränke in Flaschen. Außerdem alles, was in der Hygiene benötigt wird“, erzählt Wendtland. Die Studenten riefen, unterstützt von der Hochschule, eine Initiative ins Leben. „Zunächst haben wir uns an Studenten und Mitarbeiter der Hochschule gewandt. Die Resonanz war bei der ersten Sammlung bereits sehr gut. In Mönchengladbach kamen rund sechs Kisten Spenden zusammen, in Krefeld gut viereinhalb“, sagt der Asta-Vorsitzende. „Wir wollen donnerstags von 12 bis 18 Uhr an den Asta-Büros in Krefeld an der Adlerstraße und in Mönchengladbach sammeln.“ Abstandsregeln und Schutzvorkehrungen würden eingehalten. Außerdem kann ein Bus per E-Mail angefordert werden, der Wohngemeinschaften oder Mitarbeiter im Homeoffice anfährt und Spenden abholt. „Wir wollen uns künftig auch für andere Menschen öffnen. Darum kann jeder spenden und helfen.“

Die Initiative will nicht nur in Krefeld und Mönchengladbach helfen. „Die Bilder aus den Flüchtlingslagern, wie auf Lesbos, haben uns nachhaltig schockiert“, sagt der 31-Jährige. Die Organisatoren nahmen Kontakt zur Gruppe Gain Germany auf, die Hilfslieferungen organisiert. „Leider dürfen auch sie nicht in das Lager. Darum mussten wir uns noch mit dem Team Humanity aus Dänemark in Verbindung setzen. Es wird die von uns gespendeten Güter ins Lager bringen und dort die schlimmste Not hoffentlich mildern“, sagt der Design-Ingenieur im Zweitstudium. „Dort werden vor allem Windeln gebraucht. Aber auch andere Hygieneprodukte, Reis, Konserven und dergleichen. Getränke werden wir aufgrund des Gewichts vor allem hier verteilen.“

Die Studenten wollen die Zeit ohne Vorlesungen nutzen, um ihr Projekt so weit wie möglich voran zu treiben und auch über die Hochschule hinaus eine gewisse Bekanntheit zu erlangen. Wie lang die Initiative bestehen bleibt nach der Corona-Krise, dazu gibt es noch keine Pläne. „Wir haben jetzt erst einmal den April durchterminiert und auch der Mai ist fest eingeplant. Wie es danach weiter geht, darüber haben wir noch nicht gesprochen“, sagt Wendtland.