Krefelder sorgt sich um Fluorid im Trinkwasser - Entwicklungsschäden bei Kindern

Entwicklungsschäden bei Kindern : Krefelder sorgt sich um Fluorid im Trinkwasser

Zu viel Fluorid macht angeblich kleine Kinder blöd. Das ist salopp das Ergebnis einer Studie aus Mexiko, die vor wenigen Monaten Aufmerksamkeit auf sich zog. Ein Krefelder verlangt nun mehr Kontrolle des Trinkwassers in der Stadt.

Ein zu viel an Fluorid könne zu einem Gesundheitsrisiko werden, schreibt Christian Kellers, sachkundiger Bürger im Ausschuss für Umwelt, Energie, Ver- und Entsorgung sowie Landwirtschaft der Stadt Krefeld, in seinem Antrag für die Sitzung am Dienstag, 6. Februar, im Rathaus am Von-der-Leyen-Platz. Die Politikerkollegen sollen eine Empfehlung für die Stadtwerke Krefeld (SWK) beschließen, zukünftig zu den Werten über die Qualität des Krefelder Trinkwassers den Fluoridgehalt regelmäßig im Internet zu veröffentlichen. Zusätzlich solle die SWK das Herunterladen der Jahresdurchschnittswerte ermöglichen.

Kellers verweist auf "aktuelle Erkenntnisse international anerkannter, wissenschaftlicher Forschung", derzufolge eine zu hohe Aufnahme von Fluorid nicht nur zu negativen Veränderungen des Zahnschmelzes, sondern auch zu negativen Beeinträchtigungen der Gehirnfunktion speziell bei Föten und Kleinkindern führe. "Im Zuge der massiven Verbreitung von Wassersprudlern und Wassermineralisierern sollte für eine transparente Darstellung der Werte im Trinkwasser gesorgt werden", erklärte Kellers.

Wenn die Mütter während der Schwangerschaft höhere Fluoridspiegel haben, entwickele sich das Gehirn ihres Nachwuchses weniger gut. Das heiße, der Intelligenzquotient sei geringer als bei denen, wo der Fluoridspiegel der Mütter niedriger war. Also sei niedriges Fluorid günstig fürs Gehirn, hohes hemme die Entwicklung, berichtete Helmut Schatz, Professor für Endokrinologie.

Krefelder Wasser unter Grenzwert

Frauen sollten in der Schwangerschaft auf keinen Fall Fluortabletten nehmen. Wenn man sich die Zähne mit fluorhaltiger Zahnpasta putze, werde die Menge so gering sein, dass bei der Schwangeren wahrscheinlich kaum etwas passieren werde. Es sei denn, sie trinke Unmengen mit Fluor versetztes Sprudelwasser: Das gehe zum Teil auf bis zu vier, fünf Milligramm pro Liter hinauf, berichtet Schatz weiter.

Als Folge dieser Haltung macht sich zunehmend ein Trend für "rohes" beziehungsweise "lebendiges Wasser" bemerkbar. Ein Grund für das Verlangen nach dem "Urwasser" dürfte sein, dass Leitungswasser in den USA häufig mit Chlorid oder Fluorid versetzt sei, um Keime abzutöten. In den verwendeten Mengen seien die Stoffe unbedenklich, doch sie verleihen dem Leitungswasser manchmal einen faden Beigeschmack. "Daher kommt wohl der Wunsch nach einem möglichst natürlichen Geschmack", sagt der Lebensmittelchemiker Helge Bergmann. So sei vermutlich der Hype um das lebendige Wasser in den USA entstanden.

Dorothee Winkmann, Sprecherin der Stadtwerke Krefeld", erklärte auf Anfrage unserer Redaktion, dass der Grenzwert für Fluorid im Trinkwasser bei 1,5 Milligramm pro Liter liege und in Krefeld deutlich unterschritten werde. Er liege bei kleiner 0,1 Milligramm pro Liter und damit unterhalb der Nachweisbarkeitsgrenze.

(sti)
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