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Krefelder Schüler schaffen ein Mahnmal für homosexuelle Opfer aus der Nazi-Zeit

Mahnmal für Homosexuelle : Fabritianum: Vernissage für Mahnmal

Die Skulptur erinnert an das Schicksal Homosexueller zur Nazi-Zeit.

(vo) Der Kunstkurs des Fabritianum hat jetzt im Rahmen einer Feierstunde ein Denkmal der Öffentlichkeit präsentiert, mit dem vor allem an das Schicksal und die Ermordung Homosexueller zur Nazi-Zeit erinnert werden soll. Im Zentrum  steht eine Figur mit rosa Winkel an der Brust, die sich aus ihrer Vergangenheit befreit. Mit solchen Winkeln wurden Homosexuelle in Konzentrationslagern markiert. Die Figur solle „schwer wirken und unzerstörbar, aber sie weist auch Verletzungen auf: Sie hat die Vergangenheit, Verfolgung, Folter und KZ-Aufenthalt überlebt, sie hat sich nicht unterkriegen lassen“, heißt es in einer Erklärung des Kunstkurses. Die Figur gründet in einer Landkarte von NRW und angrenzenden Bundesländern mit eingebrannten Winkeln; sie  markieren die Wohnorte von deportierten Homosexuellen. Sie können ergänzt werden, sobald Informationen über weitere Opfer vorliegen. So werden im November weitere Stolpersteine für homosexuelle NS-Opfer in Krefeld verlegt werden.

Das Denkmal soll zunächst an  Krefelder Schulen gezeigt werden und zur Arbeit an den Themen Vielfalt und Toleranz anregen.  Danach soll die Skulptur im Rathaus  ihren endgültigen Platz finden.

Bei der Vernissage hatten sich neben rund 100 Schülern, Eltern und Lehrern auch  Ehrengäste im Pädagogischen Zentrum  des Fabritianum eingefunden: Schuldezernent Stefan Holtschneider, Mitglieder verschiedener Fraktionen des Rates und des NRW-Landtags sowie  der Venloer Bürgermeister Leo Schouten, der nach der Enthüllung spontan vorschlug, das Kunstwerk am 29. Juni während des eigentlichen „Roze Zaterdag“ in Krefelds Partnerstadt zu zeigen.

Bürgermeisterin Karin Meincke erinnerte in ihrer Rede an den homosexuellen, von den Nationalsozialisten verfolgten Textdichter Bruno Balz, dessen Lieder „Kann denn Liebe Sünde sein?“ und „Davon geht die Welt nicht unter“ Lehrer Thomas Tillmann vortrug, am Piano von Beatrix Brägelmann begleitet. Schulleiter Eric Mühle dankte den Schülern des Kunstkurses:  Respektvoller Umgang und Toleranz  seien gelebte Schulkultur.