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Krefelder Promenade: Aktion "Stumpf-Sinn" schafft eine Kunst-Meile an den zerstörten Bäumen

Krefelder Promenade : Aktion „Stumpf-Sinn“ schafft Kunst-Meile

Künstler und Kreative haben die abgesägten Bäume auf dem Promenadenstück fantasievoll gestaltet. Dem Stumpfsinn des Vandalismus setzen sie sinnhafte Ideen entgegen.

„Adam“ hat die Promenade im Blick. Damit ihm nicht entgeht, wenn sich Zerstörer ans Werk machen, trägt er eine Brille.  „Adam“ ist der Empfangsbote einer kleinen Skulpturenmeile, die an der Trasse zwischen Oberdießemer Straße und Weiden entstanden ist. Die fröhliche Figur ist ein Bekenntnis engagierter Krefelder gegen Vandalismus. Zur Erinnerung: Vor Eröffnung des ersten Teilstücks der Promenade, die von Forstwald bis Uerdingen gehen soll, hatten Unbekannte   die frischgepflanzten Bäume so beschädigt, dass sie abgesägt werden mussten. Das Stadtmarketing hatte zur Kreativität eingeladen und Künstler, Bürger, Vereine und ganze Familien haben 22 der 28 Baumstümpfe bereits in kleine Kunstwerke verwandelt – die restlichen folgen in den kommenden Tagen. Aus dem Stumpfsinn der Zerstörung wurde ein neuer Sinn für die Stümpfe.

„Einige Arbeiten wurden inzwischen erneut durch Zerstörung in Mitleidenschaft gezogen, aber davon lassen sich weder die Organisatoren noch die kreativen Krefelder entmutigen“, teilt die Stadt mit.

 „Adam“ heißt dieser Kerl am Anfang der Promenade.
„Adam“ heißt dieser Kerl am Anfang der Promenade. Foto: Mauga Houba-Hausherr
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„Was da passiert ist, ist eine Sünde“, sagt Irina Eisenbach, Inhaberin der Fußorthopädie Janßen. Gemeinsam mit der Künstlerin Mauga hat sie „Adam“ kreiert – zunächst im Gespräch. Von Sünde kamen die Frauen auf den Sündenfall. Dann war der Assioziationsschritt zum „Sündenpfahl“ nicht weit. Bestückt mit Material aus Eisenbachs Orthopädiewerkstatt machten sie sich an die Gestaltung: Adams Nase ist der Beinaufsatz eines Leisten. „Hut muss sein, das ist ein bisschen Beuys“, meint Irina Eisenbach. Bei dieser Aktion sei im Beuys’schen Sinne jeder ein Künstler: Der Eimer, der jetzt Hut ist, enthielt einst Hirschleim, einen Spezialkleber für Naturmaterialien wie Leder, die „Wimpern“ sind Arbeitshölzer und Leisten bilden die Füße. Adam hat auch eine Eva, und einen Apfel-Baum gibt es ebenfalls.

Die Fantasie der Baumkünstler hat bunte und fröhliche Ergebnisse hervorgebracht: Flamingo, Krähe, Streichholz oder Riesenblume, auch Regenbögen und ein Insektenhotel sind Botschaften.