1. NRW
  2. Städte
  3. Krefeld

Krefelder Kunstverein startet Kooperationsprojekt Zukunftslabor

Krefelder Kunstverein : Krefelder Kunstverein sucht Nachwuchs

Das Kooperationsprojekt des Krefelder Kunstvereins und des Kunstvereins Mönchengladbach will sich jungen Menschen öffnen. Mit begleitenden Ausstellungen sollen zwei Workshops aktive Mitgliedschaft fördern.

Was ist ein Kunstverein? Wie arbeitet er, und was unterscheidet ihn von einem Museum? Diese Fragen will der Krefelder Kunstverein in Kooperation mit dem MMIII Kunstverein Mönchengladbach beantworten. Unter dem Titel „Zukunftslabor Kunstverein“ schaffen die Institutionen ein gemeinsames Projekt, das Kunstvereine zukunftsorientiert neu denkt. „Mir persönlich liegt es sehr am Herzen, denn viele junge Menschen wissen nicht mehr, was ein Kunstverein überhaupt ist und leistet“, sagt Kurator Wilke Austermann.

Der Krefelder Kunstverein ist einer der ältesten Kunstvereine in Deutschland. Das Traditionshaus mit Sitz im Buschhüterhaus wurde 1883 als Crefelder Museumsverein gegründet. Den MMIII Kunstverein Mönchengladbach hingegen gibt es erst seit 2003, und er wohnt in einer ehemaligen Plastikfabrik. Unterschiedliche Standorte, unterschiedliche Historie und doch das gleiche Problem: der mangelnde Nachwuchs und die Frage, wie man mehr junge Leute dazu bekommt, in Kunstvereine zu gehen und dort Mitglied zu werden.

Dazu wollen die beiden Kunstvereine zwei sogenannte Open Space-Workshops veranstalten, die am 25. Mai und am 14. September von 10 bis 17 Uhr im MMIII stattfinden. Darunter versteht man eine Form von Arbeitsgemeinschaft, in der unterschiedlichste Menschen zusammen kommen, die gemeinsam überlegen, wie die Zukunft von Kunstvereinen gestaltet werden kann. Geleitet wird das kostenfreie Event von der Innovationsagentur „openmjnd“. Auch Kunstexperten, wie beispielsweise Gereon Krebber von der Kunstakademie Düsseldorf, nehmen teil.

Elke Meyer-Michael, Vorsitzende des Krefelder Kunstvereins, ist gespannt, was vor allem junge Künstler zu dem Thema denken und wie sie ihre Szene und ihren Arbeitsmarkt sehen. „Wir als Verein fördern diese jungen Künstler und vermitteln die Kunst“, sagt Meyer-Michael. „Aber wir sind kein Museum. Bei uns geht es darum, was hinter den Bildern steckt.“

Gefördert wird das Kooperationsprojekt vom Landschaftsverband Rheinland und der Bezirksregierung. „Wir werden diskutieren, Konzepte entwickeln und hoffen, dass sich daraus Ideen entwickeln, die wir vielleicht schon ab 2020 umsetzen können“, sagt Austermann.

Eingerahmt wird das Projekt „Zukunftslabor Kunstvereine“ durch zwei Ausstellungen, von Austermann kuratiert. Die erste heißt „Shaped Figure“ und zeigt Arbeiten von sieben verschiedenen Künstlern, die sich an der Schnittstelle zwischen Malerei und Skulptur bewegen. Sie läuft vom 3. Mai bis zum 16. Juni. Die zweite Ausstellung – vom 25. August bis zum 22. September – hat den Namen „Kinetic Machines“. Diese Ausstellung ist technisch, laut und beweglich. Beide sind parallel in Krefeld und in Mönchengladbach zu sehen.

Beide Städte eint nicht nur der Niederrhein. Krefeld und Mönchengladbach sind Hochschulstandorte, die ein entsprechendes Potenzial an jungen Menschen anziehen – eine mögliche Zielgruppe auch für die Kunstvereine.

Derzeit hat der Krefelder Kunstverein um die 750 Mitglieder. „Wir sind an der Grenze dessen, was wir ehrenamtlich leisten können. Wir brauchen das Engagement vom Bürgertum“, sagt Meyer-Michael. und auch Austermann betont: „Es ist gut, dass die Institutionen von älteren Menschen getragen werden. Aber was passiert in 15 Jahren?“ Die gesellschaftlichen Verhältnisse haben sich verändert, die Städte sind jung und bunt. Daran knüpft das „Zukunftslabor Kunstverein“ an. Es will die Menschen informieren, motivieren und zum Mitgestalten anregen. Denn Meyer-Michael weiß: „Das einzige Beständige ist der Wandel“.