Krefelder Kunstmuseen erleben ein Besucherhoch im Bauhaus-Jubiläumsjahr

Bauhaus-Jubiläum lockt : Besucher-Hoch in den Krefelder Kunstmuseen

Das Bauhaus-Jubiläumsjahr hat für die Krefelder Kunstmuseen gut begonnen. In diesem Jahr verzeichnen sie bisher 18.000 Besucher. Die CDU fordert weitere Erfolge ein.

Krefeld ist mit den Aktionen zum Jubiläum „100 Jahre Bauhaus“ auch international im Fokus. Daran haben auch die Krefelder Kunstmuseen ihren Anteil. Die von Bauhaus-Architekt Ludwig Mies van der Rohe geplanten Museumsvillen Haus Esters und Haus Lange sind nach der Renovierung pünktlich eröffnet worden und spielen den Bauhaus-Gedanken mit zeitgenössischen Künstlern, Architekten und Designern fantasievoll weiter. Im Kaiser-Wilhelm-Museum gibt es historische Anknüpfungspunkte zum Werkbund und für die, die Kunst abseits des Bauhaus-Stils sehen wollen, die wichtigsten Arbeiten aus der Sammlung. Die Besucher goutieren das. Bis Anfang Mai zählten die Kunstmuseen rund 18.000 Besucher. Damit liegen die Museen über dem Gesamtergebnis des Vorjahres 2018: damals waren es 16.229 Besucher.

Was nach einem dramatischen Unterschied aussieht, ist eigentlich logisch. Denn im vergangenen Jahr waren die Häuser Esters und Lange ab Januar wegen der Sanierungsarbeiten geschlossen. Erst in diesem Jahr im März öffneten sie wieder. „Ein Jahr zuvor, im Jahr 2017, waren noch 44.383 Besucher an allen drei Standorten zu verzeichnen, davon rund 26.500 in den Häusern Esters und Lange“, teilt die Verwaltung auf Anfrage unserer Redaktion mit.

Dennoch sorgt sich die CDU um die Besucherzahlen. Für die Sitzung des Kulturausschusses am 28. Mai fordert die kulturpolitische Sprecherin Stefanie Neukirchner von der Verwaltung einen umfangreichen Bericht über die Besuchersituation, die Zahl der Führungen, Ausstellungen und Veranstaltungen. „Mit der Sanierung des Kaiser-Wilhelm-Museums hat für Krefeld eine neue Zeitrechnung begonnen. Das Museum ist in Verbindung mit den Häusern Lange und Esters das ,erste Haus am Platze’ der Krefelder Kulturszene“, heißt es in ihrer Begründung. Sie verweist auf sinkende Besucherzahlen seit der Wiedereröffnung des KWM und sagt: „Dabei hat die Stadt mit der Sanierung des KWM den Anspruch, auf nationaler Ebene einen Spitzenplatz einzunehmen.“

Zur Statistik: Vor der Schließung des KWM ab 2010 hatte das Haus abnehmende Besucherzahlen, bestätigt die Verwaltung. Zwischen 2006 und 2009 gingen sie von 8820 auf zuletzt 6458 Gäste zurück. Im Jahr nach der Sanierung kamen - auch aus Neugier auf das sanierte Gebäude und im Zuge der beiden Eröffnungen (KWM pur, Abenteuer der Sammlung) - rund 36.000 Besucher ins KWM. Im Jahr 2017 waren es 17.884 Gäste und 2018 dann 15.681 Besucher, laut Verwaltung also mehr als doppelt so viele wie vor der Sanierung des KWM. Ein Besucher-Hoch gab es auch bei den jüngsten Ausstellungen zu den Reformkleidern (9307 Besucher) und zu den Fotografien von Volker Döhne (9898 Besucher).

Museumsleiterin Katia Baudin hat mit der langen Öffnung mit Programm und freiem Eintritt an jedem ersten Donnerstag im Monat eine Reihe installiert, die regelmäßig zahlreiche Besucher zieht. Im CDU-Antrag ist eine genaue Statistik nach Wochentagen gefragt. Sie könnte Grundlage sein, die regelmäßig aufkeimenden Diskussionen zum Museumseintritt und die Befreiung für sozial schwächere Gruppen wieder anzufachen.

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