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Krefelder Künstler Ingo Ronkholz tot

Nachruf : Trauer um Ingo Ronkholz

Er war der Mann, der Bronze und Eisen Leichtigkeit gab. Bekanntestes Objekt in seiner Heimatstadt Krefeld sind die „dicken Kugeln von Hüls“.

Der Krefelder Bildhauer Ingo Ronkholz ist tot. Der 1953 in Krefeld geborene Künstler starb am Montag nach kurzer schwerer Krankheit in Köln.

Eisen und Bronze waren sein Material. Doch Schwere und Behäbigkeit gab es bei ihm nicht. Ingo Ronkholz war stetig auf der Suche nach Leichtigkeit. Er durchbrach kompakte Formen, ließ Licht durch Öffnungen scheinen, spielte mit Oberfläche und Struktur — wie gemacht für den öffentlichen Raum. Bekannteste Beispiele seiner Arbeit in Krefeld sind die Skulptur vor dem Stadthaus und die zweiteilige Arbeit „two spheres two“ vor der Hülser Sparkasse, auch liebevoll „die dicken Kugeln von Hüls“ genannt. Die Kugeln mit einem Durchmesser von einem Meter haben Durchbrüche in unterschiedlichen Formen: Drei- und Vierecke, die Ein- aber keine Durchblicke erlauben. Aber sie zeigen, wie massiv die zehn Zentimeter dicke Metallhaut ist. Ein typisches Ronkholz-Objekt.

Der Krefelder studierte an der hiesigen Werkkunstschule bei Detlev Orlopp und später in der Klasse von Gottfried Graubner an der Kunstakademie Düsseldorf. Ronkholz wurde auch als Zeichner in der deutschen Kunstszene viel beachtet. Dem Kunstmuseum Bochum, dem er sich eng verbunden fühlte, hat er 2017 ein umfangreiches Konvolut seiner Zeichnungen geschenkt. Das Museum widmete ihm im vergangenen Jahr eine Ausstellung, die die langjährige Verbindung dokumentierte.

(ped)