Krefelder Krimitage führen an ungewöhnliche Orte

Lesungen in Krefeld : Krimi-Tage: Mörder mögen keine Matjes

Die Krefelder Krimitage haben Tradition. Mit einer Doppelpremiere sind sie gestartet. Bis 21. November führen Autoren mit ungewöhnlichen Mordgeschichten an nicht minder ungewöhnliche Orte.

Das Cover zeigt eine Kuh auf einer überschwemmten Weide. Das schreit nach Niederrhein-Idylle. „Dumm gelaufen Martha“, heißt das noch druckfrische Buch. Seine Titelheldin ist eine nette ältere Frau. Aber der Autor ist Erwin Kohl – und wer ihn kennt, weiß, dass er damit mal wieder eine falsche Spur gelegt hat. Es ist sein 13. Kriminalroman, den er gestern, am ersten Abend der Krefelder Krimitage erstmals der Öffentlichkeit vorstellte. Zum dritten Mal schickte der Autor und Journalist aus Alpen seinen Privatdetektiv Lukas Born auf Ermittlung. Und natürlich zeigt sich auf den 240 Seiten, dass vieles ganz anders ist, als es  Kohl den Leser zunächst ahnen lassen will.

„In diesem Jahr werden die Krefelder Krimi-Tage volljährig“, sagt Ina Coelen-Simeonidis, die das Lesefestival mit Krimiautoren von Beginn an organisiert. Als Autorin, Herausgeberin und Mitglied der Krimi-Autorinnen-Vereinigung Mörderische Schwestern sind literarische Verbrechen ihre Leidenschaft. Und die Lust am Krimi ist nach wie vor ungebrochen. Das beweist der Blick auf die Bestsellerlisten. Dabei muss es nicht immer perfide und brutal zugehen. Die Krimitage setzen auf Unterhaltung und auf Lesungen an eigentlich eher ungewohnten Orten. Da wird auch schon mal beim Dinner oder bei Kaffee und Kuchen gemeuchelt und gefahndet, eine Kirche zum Lese-Tatort, die Mörderjagd im Polzeipräsidium verfolgt. Und man wird erfahren, warum Mörder keine Matjes mögen.

Zur Eröffnung der Krimitage am Mittwoch gab es sogar eine Doppelpremiere. Denn auch Elke Pistor hatte ihr jüngstes Buch dabei, einen Weihnachts-Krimi mit dem Titel „Lasst uns tot und munter sein.“ Da steckt nicht nur Blut, sondern auch Musik drin. „Eine Jubiläumslesung haben wir auch organisiert: mit Gabriele Keiser aus Andernach, die vor 20 Jahren zum ersten Mal in Krefeld ihre Krimis vorgestellt hat“, teilt Coelen mit. Neu sind in diesem Jahr auch Wohnzimmerlesungen, die auf 16 Besucher begrenzt sind. Alle Termine auf einen Blick:


 Gabriele Keiser stellt ihren aktuellen Krimi vor. Moderation: Ina Coelen. Beginn: 15 Uhr im Café Paris, Theaterplatz 2, neben der Mediothek. Im Eintrittspreis von 15 Euro sind Kaffee und Kuchen enthalten.


Während Christiane Dieckerhoff ihren Krimi vorstellt, gibt es für bis zu 16 Zuhörer Wein und Knabbereien. Die Wohnzimmerlesung beginnt um 19.30 Uhr,  Richard-Wagner-Straße 15. Die Teilnehmer zahlen 15 Euro.

Mit Kaffee und Kuchen startet die Wohnzimmerlesung an der Richard-Wagner-Straße um 16 Uhr. Ulrike Dömkes liest aus ihrem neuen Roman „Die Verschwundenen vom Gare d‘Austerlitz“. Eintritt 15 Euro inklusive Kaffee und Kuchen. Ina Coelen moderiert.

In Köln wird in der Vorweihnachtszeit ein Bombenanschlag auf die Zentralmoschee verübt: Das ist die Geschichte in  Leon Sachs’ düsterem Thriller „Mein ist die Macht“. Der Autor liest ab 20 Uhr in der Mediothek, Theaterplatz. Eintrittskarten kosten zehn Euro.

Kriminelles vom Niederrhein servieren die Krefelder Autorinnen Ina Coelen und Ingrid Schmitz ab 16 Uhr im Café Paris, Theaterplatz 2, neben der Mediothek. Wer 15 Euro Eintritt zahlt, bekommt außerdem Kaffee und Kuchen.


Klaus Stickelbroeck ist unter Krimilesern Kult: Er arbeitet als Polizeibeamter in Düsseldorf und ist einer der Krimi-Cops: fünf Polizisten, die zusammen Kriminalromane schreiben.  Deshalb ist die Krimi-Menü-Lesung im Bistrorant Klarsicht, Moerser Straße, auch bereits ausverkauft.

Tatort Markuskirche in Fischeln, Kölner Straße 470: Hier präsentiert Susanne Kliem Auszüge aus ihrem neuen Krimi „Lügenmeer“, in dem es um eine traumatische Nacht, trügerische Erinnerungen und eine verstörende Wahrheit geht. Im Vorverkauf kosten Karten fünf Euro, an der Abendkasse sechs Euro.


Ralf Kramp aus der Eifel tischt ab 20 Uhr im Bistrorant Klarsicht, Moerser Straße 79, Kriminetten auf, während die Küche ein Menü kredenzt. Lesung und Menü gibt es für 35 Euro. Ina Coelen führt durch den Abend.

Das Finale des Krimifestivals. Krischan Koch kommt aus Hamburg und erklärt: „Mörder mögen keine Matjes“: So heißt sein Buch, aus dem er ab 19.30 Uhr liest. Die Handlung spielt an der nordfriesischen Küste, die Veranstaltung findet im Krefelder Polizeipräsidium, Nordwall 1, statt. Eintritsskarten kosten zehn Euro.


unter leporellobuch@aol.com, unter Telefon 02151 950692 oder direkt bei den Veranstaltern. Tickets werden auch im Café Paris verkauft.

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