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Krefelder Krähe: Comedy-Talente kämpfen um den Kabarettpreis 2019

Kabarettpreis für Nachwuchskünstler : Das sind die Kandidaten für die Krefelder Krähe

So viel Krefeld war noch nie in diesem Wettbewerb: Im März und April bewerben sich Comedykünstler um den Nachwuchspreis der Krefelder Kabarettgruppe Die Krähen. Ein Krefelder Slam-Poet und die Autorin des Krefeld-Songs sind im Rennen.

Am Anfang war seine Auftrittsfläche kaum größer als ein Bierkasten, inzwischen behauptet sich der Krefelder auf großen Bühnen. Mit seinen pointierten Texten hat Johannes Floehr fast ein Dutzend Poetry-Slam-Preise gewonnen, darunter ist ein dritter Platz beim NRW-Slam 2016 in Bochum. Den Jugendliteraturpreis des Heinrich-Heine-Instituts hat man ihm 2014 verliehen. Und jetzt ist er unter den Kandidaten, die ab März um den Krefelder Kabarettpreis „Die Krähe“ wetteifern.

Der von der gemeinnützigen Krefelder Kabarettgruppe „Die Krähen“ Kabarettpreis wird zum 15. Mal vergeben. Er geht im Wechsel immer an einen prominenten Kabarettisten als Ehrenpreis und im Folgejahr an den Gewinner des bundesweit ausgeschriebenen Wettbewerbs. Die erste „Krähe“ ging als „Ehrenkrähe“ an Konrad Beikircher (2005), der zugleich Schirmherr des Kabarettpreises wurde. Aus zahlreichen Bewerbern haben die Krähen acht Acts als Finalteilnehmer ausgewählt, die sich am 15. und 16. März in der Friedenskirche vor Publikum behaupten müssen. Am 6. April werden die Sieger bei einer Gala im Stadtwaldhaus gekürt. Bei den Vorentscheiden gibt es jeweils einen Lokalmatdor: Johannes Floehr tritt am ersten Abend auf. Am zweiten Abend stellt sich Fee Badenius dem Urteil. Sie hat 2015 bei einem Fernsehwettbewerb gewonnen, weil sie den „besten Krefeld-Song“ geschrieben hatte.

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Am ersten 1. Finalabend: Freitag, 15. März, treten an: Ball und Jabara aus München mit ihrem Programm „Mütterdämmerung“. Es geht um den Kampf mit  pubertierenden Kindern, das Aufrichten des Göttergatten in der Midlife-Crisis und Mütter in den Wechseljahren. Franziska Ball und Marty Jabara alias Supermama Clara Loft und Erziehungsberater Peano Reeves gehen das Thema an. Johannes Floehr engagiert sich auf vielfache Weise  für das gesprochene und geschriebene Wort, und das soll das Publikum  in der Friedenskirche zu hören bekommen.

Peter Fischer aus München will  die Lanze brechen für Sanftmut und Kompromisse in „einer Zeit, in der das Kabarett längst keine Lösungen mehr bietet, in der falsch richtig und richtig egal ist, in der wir die Nächstenliebe verzweifelt in Kreuzform an die Wand nageln, in der die Gutmenschen die Bösen und die Wutmenschen die Lautesten sind“.

     Peter Fischer
Peter Fischer Foto: Max Saufler

Die Goldfarb-Zwillinge aus Berlin  sind laut Titel „klein & gemein“ und nehmen sich die großen Fragen vor: Wo kommen wir her? Wo gehen wir hin? Und mit wem? Was ist eine Feministin? Und vor allem: Welche Diät funktioniert wirklich? Warum stirbt die Kunst? Was hat die Playstation, das das Schauspielhaus nicht hat?

Beim 2. Finalabend am Samstag, 16. März, treten in der Friedesnkirche an: Pascal Franke aus Frankfurt. Unter dem Titel  „Göttlich“ will er facettenreiche Unterhaltung mit einer satten Portion schwarzem Humor kredenzen. Und dazu spielt er auf dem Klavier. Nikita Miller aus Stuttgart nennt sein Programm „Auf dem Weg,  ein Mann zu werden“. Er bezeichnet sich selbst als „comedic Storyteller“. Er ist anders deutsch und anders komisch. Über Millers Wirkung heißt es bei den Krähen: „Wenn er mit leichtem russischen Akzent beginnt, seine erste Geschichte auf der Bühne zu erzählen, stehend, mehr als zwei Meter groß, Haare so lang wie ein Streichholzkopf und durchtrainiert wie ein Mönch der Shaolin, ist man froh, wenn er sich setzt, damit er keine Schneise schlägt, falls er mal ins Publikum fällt“.

Fee Badenius aus Witten ist hier keine Unbekannte. Sie ist vor gut drei Jahren mit ihrer Gitarre nach Krefeld gekommen, hat die Stadt erkundet und ihr Gespür für die Krefelder in einem Song zusammengefasst  – und damit den WDR-Wettbewerb  „Sounds like Heimat“ gewonnen. Mit „Feederleicht“ tritt sie nun an. In ihrem Programm will sie auf gängige Kabarettmethoden wie  beißenden Spott, verächtliche Ironie und lärmende Aggression verzichten, sagt sie.

 Fee Badenius
Fee Badenius Foto: Lothar Strücken

Beim Duo  Blömer & Tillack aus Köln und Minden heißt die Devise „Auf die Plätze. Gedanken. los!“ Nur was ist, wenn man sich die falschen Gedanken macht. Also besser gedankenlos bleiben? Dann doch lieber schöne Gedanken machen, mit Realitätsverlust, finden die beiden und denken auf der Bühne laut darüber nach.