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Krefeld: Krefelder Kliniken reagieren auf Ranking

Krefeld : Krefelder Kliniken reagieren auf Ranking

Die AOK hat ihren Krankenhaus-Report 2014 vorgestellt, in dem Krankenhäuser im Zeitraum von 2010 bis 2012 bewertet wurden. Alle Kliniken nehmen die Studie ernst und wollen sie detailliert auswerten.

Die Krefelder Kliniken sind im Krankenhaus-Report 2014 der AOK Rheinland/Hamburg, der jetzt veröffentlicht wurde (wir berichteten gestern), für durchschnittlich befunden. Damit liegen das Helios-Klinikum, das Krankenhaus Maria-Hilf und das Malteser Krankenhaus St. Josefshospital Uerdingen zwar genau im Mittel, denn als durchschnittlich wurde eine Vielzahl der Kliniken im Rheinland bewertet, besonders positiv hat aber keines der drei Krefelder Krankenhäuser abgeschnitten. Die AOK hatte die Daten seiner Versicherten daraufhin untersucht, ob es während oder nach einer Operation zu Komplikationen gekommen ist.

Im Helios-Klinikum nimmt man die Erhebung ernst. "Zufrieden können wir mit unterdurchschnittlichen Ergebnissen natürlich nicht sein", sagt Klinikum-Sprecherin Marina Dorsch. Man müsse jetzt abwarten, bis detaillierte Zahlen von der AOK vorliegen, um die Gründe für das teils schlechte Abschneiden zu finden. Dorsch begrüßt den Krankenhaus-Report der Krankenversicherung. "Die Zahlen gehen über den stationären Bereich hinaus", sagt sie. Verschleiert werde bei Helios nichts. Sehr offensiv gehe man in Sachen Qualität am Helios um. "Das ständige Reflektieren ermöglicht uns, auf Fehler reagieren zu können", sagt Dorsch. Zum Beispiel in Form von IQO, der Initiative Qualitätsmanagement, der das Helios regelmäßig Ergebnisse übermittelt. Die seien im Internet auf der Seite des Krankenhauses zu finden, genau wie auch die AOK-Erhebung dort bald online stehen soll.

Im St. Josefshospital nimmt man den Report zwar ebenso ernst, Kritik gibt es aber an der Aktualität der AOK-Zahlen. Arne Greiner, kaufmännischer Direktor der Malteser Rhein Ruhr GmbH: "Der von der AOK berücksichtigte Zeitraum fällt noch in die Zeit des vorherigen Trägers." Natürlich sei man dankbar für jedes Feedback, deswegen gebe es auch seit dem vergangenen Jahr ein Lob- und Beschwerdemanagement. Die strategische Neuausrichtung vom St. Josefshospital habe schon begonnen, mit neuen Chefärzten zum Beispiel, so Greiner. Im Klinikverbund der drei Malteser Standorte - Uerdingen, Duisburg-Huckingen und Duisburg-Homberg - will der Träger 40 Millionen Euro investieren.

Einigermaßen zufrieden zeigte sich Frank Jezierski über den Report. "Wir sind sehr froh, dass wir in keiner Kategorie mit unterdurchschnittlicher Qualität bewertet wurden. Wir versuchen, aus dem Vergleich unsere Stärken und Schwächen zu ziehen", sagt der Sprecher von Maria-Hilf. Eine Frage hatte sich Jezierski allerdings gestellt bei der Beurteilung: "Warum ist Tönisvorst nicht erschienen?" Für das Maria-Hilf ist der Krankenhaus-Report zwar kein Güte-Siegel - schließlich habe man dort Qualitätssicherungsmaßnahmen, die von den Krankenkassen vorgeschrieben sind -, grundsätzlich befürwortet Jezierski aber solche Rankings - "so lange nicht Äpfel mit Birnen verglichen werden". Die Qualität eines Krankenhauses sollte sich immer am bestmöglichen Standard orientieren; gleichzeitig seien Fachkliniken in der Regel besser, weil sie spezialisiert seien, meint er.

Auf die Meinung der Patienten legen alle drei Krankenhäuser großen Wert, betonen die Kliniksprecher. Im Maria-Hilf gibt es zudem ein Risikomanagement, bei dem Mitarbeiter anonym Gefahren melden können. Zum Beispiel die Sortierung der Medikamente, wenn zwei fast identisch aussehende Arzneien mit unterschiedlichen Wirkungen nebeneinanderstehen.

(RP)