Krefeld: Krefelder Geschäfte melden Wickelmöglichkeiten

Krefeld : Krefelder Geschäfte melden Wickelmöglichkeiten

Die Berichterstattung über die Probleme einer Mutter mit dem Wickeln in der City hat viele Reaktionen hervorgerufen.

Die Krefelder Zwillingsmutter Annika Edelmann, die in unserer Samstagsausgabe über den Mangel an Wickelmöglichkeiten in Krefeld berichtete, hat für zahlreiche Reaktionen gesorgt: Krefelder Geschäftsinhaber und Krefelder Eltern meldeten sich bei unserer Zeitung, um über ihre Erfahrungen zu berichten.

Die Reaktionen zeigen: Es gibt sehr wohl Wickelmöglichkeiten in der Krefelder Innenstadt, einige sind aber nicht bekannt. So meldete sich Steffen Sommer von der Bäckerei Sommer: In den Filialen Neusserstraße und Kaiserstraße bei Sommer seien als Service für junge Mütter extra Kinderwickelräume eingerichtet worden. "Den Schlüssel gibt es an der Kasse." Auch Günter Elping von C & A reagierte: "Wir bieten unseren Kunden einen hellen und geräumigen Wickel- und Stillraum an. Dieser liegt direkt neben der Abteilung für Babybekleidung."

Julia Schramm, Mutter des 18 Monate alten Simon, berichtete, dass sie sehr gute Erfahrungen in der Pizzeria "Mamma's" gemacht habe. Dort sei ihr ein verstecktes Plätzchen im hinteren Bereich zum Wickeln angeboten worden. Sie benutze außerdem Wickelmöglichkeiten in den dm- und Rossmann-Märkten sowie im Kaufhof und im Café Extrablatt. Bei Rossmann und dm gebe es sogar Tücher, Windeln und Unterlagen, weiß Nicole Boersma zu berichten. "Alles kostenlos und fast immer ist der Platz sauber und ordentlich."

Auch Melanie Klaaßens, Mutter dreier Kinder, hat Erfahrungen mit dem schwierigen Wickeln in der City. Sie sagt: "Es hat nichts mit Kinderfeindlichkeit zu tun, wenn man nicht überall stillen, füttern oder wickeln kann. Es gibt genügend Alternativen, selbst wenn die Stadt keine anbietet". Auch Birgit Siempelkampf wickelt ihre Enkel regelmäßig bei Rossmann: "So etwas hätte ich mir schon für meine Söhne gewünscht." Carla Kaiser, Vorsitzende des Bürgervereins Bismarckviertel, schlägt vor, "dass Apotheken ihre Toiletten öffnen und eine Wickelstation einrichten". Auch die Politik will sich des Themas annehmen: Für heute haben vier junge Mütter der CDU, Kerstin Radomski, Britta Oellers, Verena Pesch und Dagmar Winzen zur Pressekonferenz eingeladen. Linke-Ratsherr Basri Cakir hatte sich bereits im Oktober 2012 für öffentlich zugängliche Still- und Wickelräume in der Stadt eingesetzt. Sein Antrag war einst abgeschmettert worden — das sei Sache der Eltern.

(RP/ac)
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