Textildesign: Krefelder baut Show Kulissen aus Stoff

Textildesign: Krefelder baut Show Kulissen aus Stoff

Airformance Design ist ein Fachunternehmen für textilen Leichtbau. Die Krefelder statten Bühnen für Musikstars, Fernseh-Shows und Messehallen aus. Jetzt haben sie ein neues Pixel-Verfahren entwickelt, mit dem Flächen dreidimensional wirken.

Theaterballbesucher sind ihnen bereits begegnet. Fans der Fantastischen Vier möglicherweise ebenfalls. Oder Messegäste. Und auch Fernsehzuschauer, die bei "1, 2 oder 3" mitraten, kennen die Arbeiten aus dem Krefelder Design-Atelier "airformance" - vermutlich ohne es zu wissen. Das junge Unternehmen erarbeitet an der Kuhleshütte textile Objekte, die Messehallen und Showbühnen in Szene setzen. Seinen jüngsten Auftritt hatte Airformance Design kurz vor Weihnachten beim Felix Award, der Siegerehrung der besten nordrhein-westfälischen Sportler in der Mitsubishi Electric Hall in Düsseldorf.

Dort haben die Krefelder dekorative Elemente aus Stoff im Zusammenspiel mit LED-Elementen gebracht - die sogenannten Pixel. Sie sind eine neue Kreation, bei der die Experten für textilen Leichtbau eng mit Lichtdesignern zusammen arbeiten, die die Stoffobjekte als Projektionsflächen nutzen. "So entstehen atmosphärische Bilder, die den Rahmen der Veranstaltung maßgeblich bereiten", sagt Christine Schwarting, die das Unternehmen gemeinsam mit Frank Schwiemann gegründet hat.

Bei der Felix-Preisverleihung wurde die 18 Meter breite Bühne mit 24 weißen 3D-Objekten (jeweils 1,50 Meter x 1,50 Meter) ausgestattet. Das Gesamtkonzept für das Bühnendesign stammte von JKR Events aus Essen. "Es war ein aufregender Moment, weil wir das neue System erstmals eingesetzt haben", erzählt Schwarting. Das Besondere am Pixel-Design ist seine Flexibilität. "Flache Profile drücken den Stretchstoff aus der Fläche heraus. So entstehen 3D-Körper. Eine Fülle neuer Gestaltungsmöglichkeiten ergibt sich dadurch", sagt die Designerin Schwarting,

Seit 2008 hat "airformance design" seinen Sitz in dem Gebäude einer alten Möbelstoffweberei an der Kuhleshütte. Hier werden mit einem kleinen Team die Stoffelemente entwickelt und gebaut, die Kunden je nach Bedarf kaufen oder mieten können. Am Computer werden die Skizzen gezeichnet, die Stoffe werden zugeschnitten und genäht, Aluminium wird gebogen, gesägt und verschraubt. "Jedes Objekt wird in unserem hauseigenen Atelier entworfen und gefertigt", betont Schwarting.

So entstand auch der opulente Leuchter mit den Textilfahnen, der beim Krefelder Theaterball den Saal der Mediothek krönte. Für Messestände wird nach Maß gearbeitet, und auch Fernsehstudios geben Kulissen in Auftrag. Die hellen Segel aus dem Kinder-Rateklassiker "1, 2 oder 3" kommt aus Krefeld. "Wir waren auf Tour mit bekannten Künstlern wie Die Fantastischen Vier oder ,Digitalism'", sagt Schwarting.

Die Firmenidee ist aus einem Kinderspiel gewachsen. Christine Schwarting erzählt: "Die Wurzeln unserer Firma liegen im Drachenbau. Bereits in der Kindheit haben Frank Schwiemann und ich eigene Flugdrachen aus Stoff gebaut. Nach und nach verlagerten sich die leichten Flugobjekte vom Himmel in Innenräume." Die Faszination für die Drachen blieb beiden auch während ihres Design-Studiums. Die Drachen wurden entsprechend kunstvoller, und Schwarting und Schwiemann wurden mit ihren fliegenden Kunstwerken zu Drachenfesten in vielen Ländern eingeladen. Den Himmel betrachten beide als ihre Galerie. Das sei wichtig, damit Ideen fliegen können. Erst dann werden sie gründlich auf ihre Machbarkeit geprüft. Denn auch die Objekte sollen leicht und luftig wirken.

(RP)