Umzug für Toleranz und Respekt Christopher Street Day zieht zum vierten Mal durch Krefeld

Krefeld · Ein Zeichen für Toleranz wollen die Organisatoren des vierten CSD setzen und werben dafür, dass Krefelder am Tag des Umzugs die Regenbogenfahne hissen. Auch der Zoo gehört jetzt offiziell zu den CSD-Unterstützern.

 Werben für Toleranz und Respekt (v.l.): Emma Sillekens, René Sellmer, Oliver Leist, Kerstin Abraham, Jan Eric Norbisrath, Michaela Rausch, Diana Buss, Bea Stauch, Dr. Wolfgang Dreßen, Pia Kneusels, Vera van Oyen, Frät Comic (Alfred Smeets).

Werben für Toleranz und Respekt (v.l.): Emma Sillekens, René Sellmer, Oliver Leist, Kerstin Abraham, Jan Eric Norbisrath, Michaela Rausch, Diana Buss, Bea Stauch, Dr. Wolfgang Dreßen, Pia Kneusels, Vera van Oyen, Frät Comic (Alfred Smeets).

Foto: Samla/samla

Am kommenden Wochenende ist es wieder so weit, dann findet zum vierten Mal der Christopher Street Day in Krefeld statt und die Straßen werden von Regenbogenfahnen geprägt sein – zumindest wünschen sich das die Organisatoren für den 12. August. Um 12 Uhr startet der CSD und führt über eine Strecke von rund 4,2 Kilometern, auf der Menschen für mehr Toleranz und Vielfalt protestieren werden. Unterstützer und Organisatoren haben jetzt im Zoo das Programm und ihre Ziele erläutert – im Zoo, weil der Tierpark nun die Veranstaltung offiziell unterstützt.

Was in Krefeld erst seit kurzen stattfindet, hat in Amerika eine lange Tradition: 1969 gab es in New York die Stonewall-Aufstände, bei denen sich queere Menschen gegen die Polizeiwillkür gewehrt haben. So entstand die Protestaktion, die inzwischen auch in weiten Teilen Deutschlands organisiert wird. Für Krefeld stellten die Initiatoren jetzt das Programm und ihre Ziele vor.

Der offizielle Start ist um 13 Uhr. Angemeldet sind in diesem Jahr rund 2500 Teilnehmer. Treffpunkt ist an der Fabrik Heeder. Von dort aus verläuft der Zug über die Ritter Straße, den Deutschen Ring, die Tannenstraße, die Südstraße, den Ostwall, die Stephanstraße, den Westwall, die Marktstraße, den Ostwall, die Sankt-Anton-Straße, die Königstraße und über die Carl-Wilhelm-Straße. Um 14 Uhr startet bereits das Bühnenprogramm mit Sängerin Gigi Love, Musiker Max Grimm und weiteren Künstlern. Um 15.30 Uhr endet der Zug dann auf dem Vorplatz des Rathauses mit einer Abschlusskundgebung und viel Musik. Um 21.30 Uhr startet die Aftershow-Party im Gleumes. Eine Politikrunde wird es ebenfalls geben, unter anderem mit Jan Dieren von der SPD. Die AFD wurde nicht eingeladen.

Auch die Jugend wird nicht außer Acht gelassen. Vera von Oyen ist seit 2020 in der Jugendabteilung „Together“ aktiv. Hier geht sie mit 14- bis 26-Jährigen auf Demonstrationen. Ihr Ziel ist es, Menschen zu helfen, ihre Identität und sexuelle Orientierung zu finden und zu leben. Ihre Arbeit steht unter dem Motto: „Treffen. Chillen. Machen.“ Auch sie wird am CSD in Krefeld in diesem Jahr teilnehmen und von 17.15 bis 17.30 auf der Bühne zu sehen sein.

Für Kerstin Abraham, Vorständin der Stadtwerke Krefeld (SWK), ist das Ganze eine Herzensangelegenheit: „Das Thema ist nicht einfacher geworden. Es gibt eine hohe Zunahme von Beleidigungen. Man muss in diesen Zeiten ein Zeichen setzen“, sagte sie im Vorfeld. Für die SWK sei Toleranz bei rund 3400 Mitgliedern selbstverständlich. Sie verteilt beim Demonstrationszug am Samstag auch kleine Giveaways an die Zuschauer. Darüber hinaus ist auch die Sparkasse Krefeld dabei. „Die Sparkasse will dazu beitragen, dass Krefeld noch bunter und vielfältiger wird“, sagte Michaela Rausch, Sponsoring Spezialistin der Sparkasse.

Weitere Unterstützer sind in diesem Jahr die Wohnstätte Krefeld, die AWO Krefeld, die Brauerei Gleumes und die Brauerei Königshof. Diana Buss, Leiterin der Unternehmenskommunikation von Messer SE & Co, freut sich über so viel Unterstützung seitens der Krefelder Akteure: „Jedes Zeichen der Solidarität zählt.“

Der Krefelder Zoo macht sich ebenfalls für mehr Vielfalt stark. Seit diesem Jahr ist er der neue Partner des Krefelder CSD e.V., „um noch intensiver Vorurteile abzubauen und für mehr Respekt in der Gesellschaft zu werben“, wie es heißt. Die Idee zu dieser Kooperation kam von einer Besucherin des Krefelder Zoos. Pia Carina Kneusels war am Zoo-Eingang die Ukraine-Flagge ins Auge gesprungen. Farbe bekennen und unterstützen, das gefiel ihr, doch etwas fehlte. Ihr war klar: „Da muss auch eine Regenbogenflagge hin.“

Und so setzte sich Kneusels mit der Zoodirektorin Stefanie Markowski in Verbindung, die diesen Vorschlag großartig fand und auch sofort umsetzte. Bei diesem Gespräch entstand dann auch die Idee für eine Patenschaft mit einem Zebra, die das Team des Krefelder CSD-Vereins übernahm. Die Patenschaft soll für die Zoodirektorin dazu beitragen, Vorurteile abzubauen.

Die Veranstalter des CSD weisen darauf hin, dass sie sich freuen würden, wenn die Anwohner am 12. August ebenfalls ein Zeichen der Solidarität in Form von Regenbogenflaggen an ihren Häusern setzen.

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