Krefeld: Zukunft des Stadtwaldhauses ungeklärt

Pachtvertrag läuft bis zum 31. Oktober 2020 : Zukunft des Stadtwaldhauses ungeklärt

Verwaltung widerspricht einer Komplettschließung des Traditionslokals. Sanierung soll im November 2020 beginnen.

Der Streit zwischen CDU, SPD und Stadtverwaltung um den geplanten Ablauf der Sanierung des Stadtwaldhauses spitzt sich zu. Fakt ist: Nach Aussage der Verwaltung bleibt das Traditionslokal für Besucher noch bis Herbst 2020 geöffnet. Die grundlegende Sanierung der Veranstaltungsstätte mit ihrem bundesweit bekannten Biergarten soll im November 2020 beginnen. Der bestehende Pachtvertrag für das Stadtwaldhaus ist bis zum 31. Oktober 2020 verlängert worden. Wie es dann genau weitergeht, in welcher Form saniert wird und ob das Lokal geschlossen werden muss, scheint ungeklärt zu sein. „Es gibt - zumindest meines Wissens - keine Aussage der Stadt Krefeld dazu, dass 1. überhaupt eine Komplettschließung erfolgt und 2. dies ,im besten Einvernehmen mit dem Pächter’ entschieden sei“, erklärt hierzu Stadtsprecher Timo Bauermeister.

Massive Vorwürfe ganz anderer Art waren zu diesem Thema vor einigen Tagen von der Krefelder CDU in Richtung des Büros von Oberbürgermeister Frank Meyer erhoben worden. „Es gibt genügend Kreativität und Ideen des Pächters, den Betrieb während der Sanierung aufrechtzuerhalten. Es ist unwahr und ein starkes Stück, wenn die Stadtverwaltung – immerhin in Person des Leiters des OB-Büros, Herrn Plaßmann – verkündet, die Komplettschließung sei im besten Einvernehmen mit dem Pächter des über die Stadtgrenzen beliebten Ausflugsziels erfolgt. So geht das nicht! Und so geht man nicht mit einem Krefelder Juwel um“, hatte Ratsherr Michael Zecha, Mitglied des Finanz- und Liegenschaftsausschusses, mitgeteilt.

Von einer Prüfung der Sanierung des Stadtwaldhauses „im laufenden Betrieb“ sprechen die Sozialdemokraten. Deutlich wird SPD-Ratsherr Oliver Leist: „CDU-Ratsherren stimmen im Ausschuss für den Sanierungsplan und werfen anschließend Nebelkerzen!“ Mehr noch: „Die Vorlage der Verwaltung zur Verlängerung des Pachtvertrages bis zum 31. Oktober 2020 und einer anschließenden Sanierung wurde unter persönlicher Anwesenheit und mit Zustimmung der Ratsherren Hattstein, Zecha und Läckes einstimmig beschlossen“, ergänzt Leist. Die wünschenswerteste Lösung für Gäste, Gesellschaften und Veranstalter wäre eine Sanierung im laufenden Betrieb. Ob dies technisch möglich sei, werde, wie im Ausschuss beraten und beschlossen, derzeit geprüft.

„Die Sanierungsmaßnahme soll vorbehaltlich der politischen Beschlusslage, des Bauzeitenplans des Architekten sowie aller sonstigen Rahmenbedingungen nach Beendigung des bisherigen Pachtverhältnisses ab dem 1. November 2020 begonnen und diese innerhalb eines Zeitraums von 18 Monaten beendet werden - entsprechend länger bei einer Sanierung in Teilabschnitten und deutlich höheren Kosten, was optional auch geprüft wird“, so Stadtsprecher Bauermeister. Diese Voraussetzungen seien Bestandteil des europaweiten Ausschreibungsverfahrens für die Generalplanerleistungen für die Sanierung des Stadtwaldhauses mit Zuwegung und Außenanlagen. Der Teilnahmewettbewerb ist zwischenzeitlich abgeschlossen. Das Verhandlungsverfahren wird im Mai dieses Jahres durchgeführt und im Juli abgeschlossen. Bauermeister betont, dass eine Festlegung, ob das Gebäude während der Sanierung geöffnet bleiben kann oder geschlossen werden muss, zum jetzigen Zeitpunkt nicht getroffen werden könne.

Widerspruch kommt vor der Verwaltung auch zu der CDU-Äußerung, dass niemand bisher gesagt habe, wann genau die Sanierung beginnt und vor allem wie lange sie dauern werde. Bauermeister gibt dazu folgenden Hinweis: „In der Sitzung des Ausschusses für Finanzen, Beteiligungen und Liegenschaften am 12. März 2019 ist im nicht-öffentlichen Teil unter dem Tagesordnungspunkt „Hüttenallee 108 - Vertragsverlängerung Stadtwaldhaus“ der Sachverhalt behandelt und der Vorlage der Verwaltung zur Verlängerung des Pachtvertrages bis 31.10.2020 zugestimmt worden.“ Auch die Vertreter der CDU-Fraktion hätten an dieser Sitzung teilgenommen.

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