1. NRW
  2. Städte
  3. Krefeld

Krefeld: Zukunft des Chemparks: Käufer gesucht, von Norbert Stirken

Wirtschaft in Krefeld : Käufer für den Chempark gesucht

Die Bayer AG will ihre Mehrheitsanteile am Chempark-Betreiber Currenta verkaufen. Die Lanxess AG, der heute bereits 40 Prozent gehören, und die Covestro AG winken ab. Die ungeklärte Zukunft bereitet den 5300 Beschäftigten in Uerdingen, Leverkusen und Dormagen Sorgen.

Der Uerdinger Chempark hat Tradition. Seit 1877 fertigt die chemische Industrie an dem Standort am Rheinufer. Heute produzieren dort gut 40 Betriebe mit gut 7500 Mitarbeitern auf 260 Hektar Fläche und werden dabei von dem Dienstleister Currenta GmbH & Co OHG als Betreiber des Chemparks und ihren Tochtergesellschaften Tectrion und Chemion unterstützt. Nach der Ankündigung der Bayer AG, 12.000 Stellen abzubauen und sich von ihren Anteilen an Currenta  trennen zu wollen, möchten Beschäftigte und Kunden wissen, wie die Zukunft aussieht, und wer die 60 Prozent der Currenta übernimmt.

Die Lanxess AG, die heute bereits 40 Prozent der Anteile hält, ist laut Sprecher Frank Grodzki nicht an einem Zukauf interessiert. „Wir haben aktuell nicht vor, etwas zu ändern“, sagte er auf Anfrage unserer Redaktion. Gleich im Tenor klingt die Stellungnahme der Covestro AG – vormals Bayer Material Science. Deren Sprecher Matthias Poth erklärte, Covestro wolle sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren und in Anlagen und Produkte investieren. An einem Erwerb der Currenta-Anteile bestehe kein Interesse. Hinsichtlich der Zusammenarbeit mit einem neuen Eigentümer habe Covestro keine Bedenken. Es existierten schließlich langfristige Verträge.

  • Dormagen : Gerüchte um Bayer-Anteil beim Chempark-Betreiber Currenta
  • Krempelt Bayer derzeit nochmal um: Konzernchef
    Unternehmen setzt Schwerpunkt auf Life-Science-Geschäft : Bayer-Konzern will Currenta abstoßen
  • Chempark Dormagen : Currenta reagiert gelassen auf Bayers Ausstiegsplan

Die Currenta beruhigt: „Currenta und der Chempark sind erfolgreich. Wir sind in den vergangenen Jahren stetig gewachsen und werden diesen Kurs konsequent fortsetzen – auch mit neuem Anteilseigner. Wir werden unseren Kunden auch in Zukunft attraktive und wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen an unseren Standorten (Krefeld, Leverkusen und Dormagen; die Redaktion) bieten“, sagte Sprecherin Bettina Pöhler am Dienstag auf Anfrage der Rheinischen Post.

In einer gemeinsamen Erklärung hatten der Vorstand der Bayer AG und die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat der Bayer AG schon vor Wochen folgende gemeinsame Erklärung abgegeben: Nach der Ausgliederung von Covestro nehme Bayer nur noch wenige Leistungen des Chemparks in Anspruch, halte aber immer noch einen Anteil von 60 Prozent an der Currenta. Vor diesem Hintergrund lägen die langfristige Entwicklung der Currenta und die damit verbundenen Investitionen nicht mehr im strategischen Interesse von Bayer. Dies könnte sich nachteilig auf das Geschäft auswirken und damit Arbeitsplätze gefährden. Deshalb solle eine Veräußerung dieses Mehrheitsanteils geprüft werden. Currenta behaupte sich schon heute sehr gut im Wettbewerb. Mit einem passenden neuen Erwerber könne sich diese Position zukünftig noch verbessern.

Was passiert, wenn ein Finanzinvestor bei Currenta das Sagen bekommt, lässt sich kaum abschätzen, urteilt der „Kölner Stadt-Anzeiger“. Der Bayer-Betriebsrat habe sich vom Vorstand zwar schriftlich geben lassen, dass die Firma nicht zerschlagen werden könne, aber das gelte nur für einen Zeitraum von drei Jahren.

Wenn von interessierten Finanzinvestoren die Rede ist, tauchen speziell die Namen Macquarie und EQT auf. Die australische Macquarie Group Limited ist ein weltweit tätiges Investmentbanking- und Wertpapierhandelsunternehmen mit Sitz in Sydney. Macquarie Group Limited ist hauptsächlich als Finanzdienstleister für Großunternehmen und institutionelle Investoren tätig.

EQT Partners AB ist eine vor allem in Nordeuropa und Asien tätige Investitionsgruppe (Risiko- und Beteiligungskapital) mit dem Hauptsitz in der schwedischen Hauptstadt Stockholm. EQT kauft oder finanziert über seine Fonds vor allem gut positionierte mittelständische Firmen und versucht, deren Marktposition nachhaltig zu entwickeln.

Die Entwicklung wird bei den Mitarbeitern aufmerksam verfolgt.