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Krefeld: Wohngebiet im Westbezirk bietet Chance für Kinderbauernhof Mallewupp

37.000 Quadratmeter großes Areal : Neubaugebiet Ottostraße: Chance für Mallewupp

Im Westbezirk könnte ein 37.000 Quadratmeter großes Wohngebiet entstehen – mit neuen Möglichkeiten für den Kinderbauernhof.

Der Investor und Bauträger „Stadtwald Wohnungsbau“ hat fertige Pläne in der Schublade, um zwei Flächen mit einer Gesamtgröße von 37.000 Quadratmetern an der Ottostraße zu bebauen. „Wir könnten morgen anfangen“, sagt Geschäftsführer Klaus Reiners. Mit der jetzt bekannt gewordenen vorgesehenen Änderung des Regionalplans (wir berichteten am Freitag) besteht, glaubt Reiners, die Möglichkeit, sein bis ins Detail durchgeplantes Wohngebiet doch zu realisieren. Bereits seit mehreren Jahren hat das von ihm und Peter Kahstein geführte Unternehmen die notariell beurkundete Option, die zurzeit landwirtschaftlich genutzten Areale zu erwerben.

Konkret geht es um zwei Flächen, die an der Ottostraße gegenüber des Kleingartengebiets Uhlenhorst liegen und sich bis zur Bahnlinie an der Peter-Lauten-Straße erstrecken. Die Flächen werden getrennt durch einen Streifen mit einigen Kleingärten sowie ein Grundstück mit Wohnbebauung. Auf der kleineren Fläche, die zur Kempener Allee und der Krüsemannstraße gelegen ist, wollen die Bauträger eine hochwertige Bebauung mit 16 freistehenden Einfamilienhäusern realisieren. Die Grundstücke sollen um die 400 Quadratmeter groß sein. Für die größere, nach Südwesten gelegene Fläche, ist eine Mischbebauung mit wenigen Reihenhäusern, rund 20 freistehenden Häusern und, Richtung Bahntrasse, mit Mehrfamilienhäusern vorgesehen.

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Die Häuser sollen, erklären die beiden Investoren, im Bauhausstil errichtet werden. Geplant ist, das Wohngebiet intensiv zu begrünen. So sollen, sagt Reiners, die Dächer mit Sträuchern bepflanzt und 50 bis 80 neue Bäume gepflanzt werden.

 Der Bauträger „Stadtwald Wohnungsbau“ ist bereits tief in die Planung des Neubaugebiets eingestiegen und kann nach eigenen Angaben „morgen“ mit dem Bau beginnen.
Der Bauträger „Stadtwald Wohnungsbau“ ist bereits tief in die Planung des Neubaugebiets eingestiegen und kann nach eigenen Angaben „morgen“ mit dem Bau beginnen. Foto: Stadtwaldwohnungsbau UG

Ladestationen für E-Mobilität sind ebenfalls vorgesehen. „Trotz der Flächenversiegelung werden wir einen höheren Biotopwertpunkt erreichen, als aktuell der Fall“, behauptet Reiners. Des Weiteren soll eine Kindertagesstätte entstehen. Der Fachbereich Jugendhilfe ist informiert und hat dem Bauträger bestätigt, dass im Westbezirk „jugendhilfeplanerischer Bedarf“ bestehe. Denn, wie mehrfach berichtet, wird seit Jahren im Westbezirk händeringend nach geeigneten Grundstücken für den Kita-Bau gesucht. „Wir bauen die Kita auf einem wesentlich größeren Grundstück als wir müssten“, sagt Reiners. Er möchte damit auch langfristig für den Kinderbauernhof Mallewupp die Option erhalten, am Standort zu verbleiben. „Das Kita-Grundstück ist so groß, dass Mallewupp gegebenenfalls mit drauf und sich eventuell sogar ein Häuschen bauen könnte.“ Mallewupp hat derzeit mehrere Kleingartenparzellen im Uhlenhorst auf der anderen Straßenseite gepachtet und fürchtet, dass die Änderung des Regionalplans seine Existenz gefährden könnte, sollte der Uhlenhorst irgendwann zu Wohnbauland werden.

Die bisher bekannten Pläne von Reiners und Kahstein tangieren Mallewupps Gelände jedoch nicht. Die Investoren betonen, dass ihnen Mallewupp am Herzen liege und ihre Vorstellung sei, dass die Kindertageseinrichtung mit Mallewupp zusammenarbeiten könne. Ebenso solle, sagen die Investoren, aus Rücksicht auf den Kinderbauernhof, die Ottostraße nur minimal verbreitert werden. Die Zufahrt zu dem neuen Wohngebiet würde über die Ottostraße sowie von Südwesten her über die Peter-Lauten-Straße erfolgen.

Noch im vergangenen Jahr hatte die Krefelder Verwaltung das von Reiners und Kahstein vorgestellte Vorhaben mit der Begründung abgelehnt, die planungsrechtlichen Voraussetzungen seien nicht erfüllt. Der damalige Beigeordnete Martin Linne hatte allerdings erklärt: „Eine Entwicklung dieser Fläche bedarf einer anderen Ausweisung auf Regionalplanebene. Bebauungsplanverfahren und Flächennutzungsplanverfahren könnten, so Linne, in kommunaler Zuständigkeit parallel bearbeitet werden. Darauf hofft der Investor, der seit rund vier Jahren mit Verwaltung und Politik zu seinem Vorhaben im Gespräch ist.