Krefeld wirbt für sexuelle Toleranz

Roze Zaterdag : Krefeld wirbt für sexuelle Toleranz

Im Rahmen der Aktionen zum „Roze Zaterdag“ gibt es zum 17. Mai eine Info-Veranstaltung inklusive Interviews und ­ DJ-Musik auf dem Platz An der Alten Kirche. 3000 Buttons werden verteilt und städtische Gebäude beflaggt.

Der Internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie (IDAHOBIT) wird weltweit am 17. Mai begangen. Krefeld beteiligt sich – im Rahmen der Aktionen zum „Roze Zaterdag“ – in diesem Jahr erstmals mit einer Info-Veranstaltung inklusive Interviews und DJ-Musik auf dem Platz An der Alten Kirche. „Das Datum wurde zur Erinnerung an den 17. Mai 1990 gewählt, an dem die Weltgesundheitsorganisation beschloss, Homosexualität aus ihrem Diagnoseschlüssel für Krankheiten zu streichen“, sagt Michael Schmeink vom städtischen Geschäftsbereich Soziales und Gesundheit. 3000 Buttons werden verteilt, städtische Gebäude beflaggt, und speziell zu dieser Veranstaltung gibt’s eine Krawatte in Regenbogenfarben. „Diese Krawatte, die eine Krefelder Firma gefertigt hat, geht nicht in den Verkauf. Sie wird an besondere Gäste verschenkt“, so Schmeink. Zehn dieser hochwertigen Binder verlost die RP.

Neben der Erinnerung an das Ende der Definition als Krankheit durch die WHO ergeben sich aus dem Datum 17.5. auch Parallelen zum ehemaligen Paragraphen 175 des deutschen Strafgesetzbuchs. Dort steht heute: „§ 175 (weggefallen)“. Zum 11. Juni 1994 verschwand der sogenannte Schwulenparagraph 175 aus dem Gesetz. Er war vom Bundestag am 10. März 1994 gestrichen worden. „Der Paragraph hatte schwule Kontakte lange Zeit generell unter Strafe gestellt und später ein anderes Schutzalter als für Heterosexuelle festgelegt. Der Staat machte mit dem neuen Gesetz deutlich, dass ihn homosexuelle Handlungen zwischen Erwachsenen nichts angehen“, erklärt Pia Günther vom Team „Schlau“ Krefeld.

Das Schulaufklärungsteam, das seit 2015 bei der Aidshilfe der Seidenstadt angesiedelt ist, informiert Jugendliche über Diskriminierung, gesellschaftliche Vielfalt, über das Leben von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans- und Inter-Personen. „Wir veranstalten vor allem in Schulen Workshops und informieren Jugendliche ab der 7. Klasse über das Thema“, sagt Pia Günther. Rund 50 Einladungen bekommt das Team pro Jahr. Gerade für Jugendliche ist ihr Anderssein oft eine besondere Belastung, nicht zuletzt in der Schule. Die Selbstmordrate ist vier bis sechs Mal höher als in der heterosexuellen Vergleichsgruppe. Das Thema ,Sexuelle Vielfalt’ findet auch in der Schule wenig Beachtung, Lehrkräfte und Schüler haben Scheu, darüber offen im Unterricht zu sprechen. Günther: „Wir wollen Vorurteile abbauen und einen Beitrag für ein respektvolles Zusammenleben leisten.“

Natürlich ist das „Schlau-Team“ am 17. Mai vor Ort, wenn Bürgermeisterin Gisela Klaer um 15 Uhr die Veranstaltung auf dem Platz An der Alten Kirche eröffnet. Moderator Manuel Kölker führt durch das rund zweistündige Programm und spricht mit bekannten Sportlern und Politiker sowie dem Krefeld-Kenner Uli Pudelko. Dazu gibt es Hintergründe über einen neuen dreiminütigen Krefelder Imagefilm, der am 21. Mai im Rahmen einer Vorführung des Films „Girl“ im Primus-Palast uraufgeführt wird. Schmeink: „Der Film wird anschließend interessierten Krefelder Schulen, Vereinen und Institutionen zur Verfügung gestellt.“

Mehr Informationen bei Pia Günther, p.guenther@krefeld.aidshilfe.de, Ruf 02151 6572914, und Michael Schmeink, michael.schmeink@krefeld.de, Ruf 02151 861066.

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