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Krefeld: Wirbel um Recycling-Container auf dem Zoo-Parkplatz

Zoo Krefeld : Altpapiercontainer: Ein ständiges Ärgernis

Die Müllcontainer auf dem Zooparkplatz laufen regelmäßig über, sind beschmiert und schmutzig. In den Augen der Zoofreunde ein unhaltbarer Zustand. Immerhin sei der Platz für 300.000 Gäste im Jahr die erste Visitenkarte der Stadt.

Der Zoo Krefeld ist in einer stetigen Entwicklung. Alles wird neuer, moderner, dem Tierwohl immer zuträglicher und auch repräsentativer für die Stadt. Besonders der umtriebige Vorsitzende der Zoofreunde, Friedrich Berlemann, ist hier immer mit Ideen zur Hand, sammelt unermüdlich Gelder und beteiligt sich an der Organisation. Seine Vision ist ein Zoo, in dem sich Menschen und Tiere gleichermaßen wohl fühlen.

Entsprechend gibt es ein Thema, das ihn zunehmend stört: Die Müllcontainer auf dem Parkplatz des Zoos an der Uerdinger Straße. „Wir haben im Zoo jedes Jahr über 300.000 Besucher. Die meisten davon kommen über den Parkplatz und das erste, was sie sehen, sind Müllcontainer, die meist überlaufen, die beschmiert und schmutzig sind und vor denen oft Glasscherben herum liegen. Was wirft das für ein Licht auf den Zoo, aber vor allem auch die Stadt Krefeld als Ganzes?“, fragt er rhetorisch.

 Beschmiert und schmutzig sind die Container auf dem Zoo-Parkplatz.
Beschmiert und schmutzig sind die Container auf dem Zoo-Parkplatz. Foto: Lammertz, Thomas (lamm)

Müllcontainer sind in der Stadt an vielen Stellen ein Ärgernis. Ratsherr Andreas Drabben sprach das Thema des Containers an Haus Kleinlosen unlängst in der Bezirksvertretung Ost an. Die Papiercontainer auf dem Westwall sind der Bezirksvertretung Mitte seit langer Zeit ein Dorn im Auge und so weiter und so fort. Die Stadt und die GSAK sind seit Jahren hilflos gegen die immer wiederkehrenden Vermüllungen rund um die Container. Die Bürger scheinen keine Rücksicht zu nehmen, wenn diese einmal voll sind. Sie laden ihren Müll dort ganz einfach widerrechtlich ab.

 Neu im Zoo: Mülleimer für Hundehinterlassenschaften.
Neu im Zoo: Mülleimer für Hundehinterlassenschaften. Foto: Lammertz, Thomas (lamm)
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Das aber trübt das Stadtbild oft beträchtlich. Gerade an exponierten Stellen, wie eben am Zoo. „Vielleicht wäre es eine Lösung, die Container zu verlegen“, sagt Berlemann. Wohin allerdings, das weiß er auch nicht. Fest steht für ihn aber, dass der Status Quo unhaltbar ist. „Wir bemühen und mit viel Engagement und auch Geld, den Zoo und die Umgebung so schön und auch sauber wie möglich zu halten. Gerade haben wir erst  drei spezielle Mülleimer für Hundekot angeschafft, um alles sauber zu haben. Begrüßt werden die Besucher aber zunächst mit einem Müllhaufen. Das kann doch nicht sein“, sagt Berlemann.

Der GSAK will er dabei aber ausdrücklich nicht den schwarzen Peter zuschieben. Diese hatte auch einen der Hundekotmülleimer gespendet. Und auch was die Reinigung angeht, tun die Verantwortlichen, was sie können. „Wir bemühen uns, die Intervalle anzupassen, so oft wie möglich zu leeren und haben auch einen Wagen, der extra nur dafür da ist, alle Container anzufahren und herumliegenden Müll einzusammeln“, sagt Holger Funke, der Fahrdienstleiter der GSAK. Allerdings sei diese oft machtlos. „Den Zoo fahren wir jeden Tag zur Leerung an. Alle 14 Tage wird der Parkplatz als Ganzes von uns gereinigt. Das Extra-Fahrzeug fährt den Zoo viermal die Woche an. Manchmal stellen Bürger sogar Dinge wie Sofas ab, die nun wirklich nicht in Papiercontainer gehören“, erläutert er.

Dabei komme es vor, dass Müll neben den Containern liege, obschon diese bei weitem nicht voll seien. „Die Bürger scheinen dafür keine Sensibilität zu haben“, sagt er. Auch Strafen, die ohnehin schwer durchzusetzen seien, hätten nur geringe Durchschlagskraft. Der Entsorgungsbetrieb hat sogar in seiner App eigens eine Meldefunktion für verschmutzte Orte eingerichtet. Diese werden nach Meldung umgehend gereinigt. Ein bisschen Mitwirkung der Bürger sei aber für eine saubere Stadt unentbehrlich, zumal den Leistungen ja auch Kosten und damit Gebühren gegenüber stünden.

Funke plädiert für ein Bewusstsein. Ist ein Container voll, so bittet er, den nächsten, der beispielsweise in der App zu finden ist, anzufahren. Auch wenn Krefeld insgesamt keine übermäßig schmutzige Stadt sei, Sauberkeit sei ein hohes Gut, für das jeder sein Scherflein beitragen müsse. Eine Änderung der Standorte brächte überdies weder eine Lösung, noch sei sie so einfach möglich, da diese in großen Runden zwischen Politik und Verwaltung vereinbart worden seien. Funke versprach auch, hinsichtlich der Graffitis an den Container für Reinigung oder Austausch zu sorgen. Und so bleibt es dabei, dass eine Eigenverantwortung und ein Gemeinsinn der Bürger gefordert sind, wenn Krefeld, aber auch eine der Visitenkarten am Zoo, dauerhaft sauberer werden soll.