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Krefeld: Krefeld will um Ruhrgebietsmüll werben

Krefeld : Krefeld will um Ruhrgebietsmüll werben

Die Stadtwerke suchen nach neuen Abfallmengen für den Betrieb der Müllverbrennungsanlage (MKVA) in Elfrath.

Die Stadtwerke Krefeld (SWK) haben angekündigt, in der Region auf neue Kundenakquise für den Betrieb der Müllverbrennungsanlage Elfrath zu gehen. Dabei geht der Blick ins Ruhrgebiet: Zum 1. Januar 2015 enden die Verträge der Städte Mülheim, Essen, Gelsenkirchen, Bottrop und Gladbeck mit RWE über die Nutzung eines Heizkraftwerks in Essen-Karnap — diese Müllmengen werden neu ausgeschrieben.

"Da sind Kommunen dabei, bei denen wir uns an einer Ausschreibung beteiligen", sagt Kerstin Abraham, Vorstand der SWK. Sie denkt außerdem über Kooperationen mit anderen Städten in der Region nach. "Wir beteiligen uns an neuen Ausschreibungen und suchen neue Kooperationspartner", sagt Abraham, die vom Umweltservice Bochum GmbH in den Vorstand der Krefelder Stadtwerke kam. Prämisse sei dabei die "räumliche Nähe".

Die Müll- und Klärschlammverbrennungsanlage (MKVA) in Elfrath wird durch die Entsorgungsgesellschaft Krefeld (EGK) betrieben, die wiederum eine Tochterfirma der Entsorgungsgesellschaft Niederrhein (EGN) ist, 100-prozentige Stadtwerke-Tochter. Die MKVA ist gerade erst für 100 Millionen Euro ausgebaut worden — die gesamte MKVA hat eine Kapazität von rund 350 000 Tonnen Hausmüll, allein der neue Kessel hat eine Jahresleistung von 200 000 Tonnen. Es fehlen aber zunehmend die Müllmengen, um den Betrieb der Anlage sicherzustellen.

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Verträge mit umliegenden Kommunen laufen aus. Der Preisdruck in der Branche wird größer — zu den jetzigen Konditionen werden die EGN kaum mehr Verträge abschließen können. Grund ist die von CDU und FDP in Nordrhein-Westfalen durchgesetzte Freiheit bei der Hausmüll-Entsorgung. Neue Verträge werden europaweit ausgeschrieben.

So wird in Kürze entschieden, ob in Krefeld weiterhin der Müll aus dem Kreis Viersen verbrannt wird — 70 000 bis 80 000 Tonnen stehen auf dem Spiel. Ein derzeit noch laufender Vertrag zur Entsorgung des Mülls aus Mönchengladbach läuft zum 31. Dezember 2014 aus und wird neu ausgeschrieben. Den Stadtwerken fehlten bei Verlust beider Aufträge ab 1. Januar 2015 rund 140 000 Tonnen Müll, die zur Auslastung der Müllverbrennungsanlage nötig sind.

Schon jetzt steht fest: Bei der jetzigen Kapazität der Müllverbrennungsanlage soll es bleiben, wie Kerstin Abraham betont. Generell sei man mit dem Betrieb des neuen Kessels II zufrieden, betont SWK-Chef Carsten Liedtke, der die Müllverbrennungsanlage als eine regenerative Stromanlage sieht, weil sie aus Müll Strom erzeugt. "Abfall hat nach Pellets die höchste Primärenergie", sagt Liedtke. "In 2011 haben wir 54 Gigawattstunden Strom produziert, in 2012 mit dem neuen Kessel, 74 Gigawattstunden", betont Liedtke. Die Müllverbrennungsanlage liefert mit dieser Energie Fernwärme für 7000 Haushalte in Krefeld.

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(RP/rl)