Krefeld will in Sachen Tauben Wesel nacheifern

Tauben in Krefeld: Stadt will Wesel nacheifern

Eine Gruppe von Krefelder Stadtmarketing und Kaufhof-Spitze besuchte das Weseler Stadttaubenprojekt. Es wird Modell stehen für gleichartige Lösungen. Ziel ist es, die Vermehrung der Tauben einzudämmen.

Wie gehen wir um mit immer mehr Taubendreck in der Innenstadt? Diese Frage rückte in den letzten Jahren auch in Krefeld in den Vordergrund. Auf der Suche nach Lösungsmöglichkeiten wurde die Stadt in der niederrheinischen Nachbarschaft flott fündig. Denn Wesels seit Jahren erfolgreiches Stadttaubenprojekt spricht sich rum. An Ort und Stelle sah sich gestern eine kleine Delegation aus der Seidenstadt um und nahm dankbar die Anregungen von Leiterin Silja Meyer-Suchsland und ihren Unterstützern mit nach Hause. Als Vorbild diente das Taubenhaus auf dem Kaufhof-Parkdeck - insgesamt hat Wesel bislang drei. Auch in Krefeld will der Kaufhof vorangehen, zumal das Taubenproblem rund um den Standort Neumarkt besonders akut ist.

Die kleckernden Tauben sollen weg von der Straße. Gelingen kann dies mit strategisch platzierten zentralen Futterplätzen und Nistmöglichkeiten. Diese müssen regelmäßig versorgt und gepflegt werden. Zudem lassen sich hier leicht die Taubeneier gegen Attrappen austauschen, was die Ausbreitung der Population eindämmt. Silja Meyer-Suchsland spricht am Beispiel Kaufhof, wo das Holzhäuschen etwa 80 Tieren Platz bietet, von rund 500 Eiern im Jahr, die nicht ausgebrütet werden.

Wesels Kaufhof-Chefin Annette Kraska konnte ihrem Krefelder Kollegen Thomas Lücking nur Gutes berichten. Allein das besenreine Parkdeck war ihm schon Grund genug, den Versuch wagen zu wollen. Bevor das Häuschen stand, hatten auch in Wesel Tauben gern die Ecken und Winkel der Deckenkonstruktion als Sitzstellen genutzt und manches Kundenauto verunreinigt. Vorbei. Jetzt fliegen die Vögel gezielt ihr Häuschen an, schonen Kaufhof und Fußgängerzone weiträumig.

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Krefelds Citymanagerin Christiane Gabbert und ihre Kollegin Verena Schäfer vom Stadtmarketing waren gleichfalls angetan. Als engagierte junge Mitstreiterin war die Studentin Alicia Gebel (24) mitangereist, die darauf aufmerksam machte, dass neben Stadt und Kaufhof eben auch eine Institution, Helfer und Sponsoren nötig sein werden. Meyer-Suchsland unterstrich dies, verdeutlichte den regelmäßig zu leistenden Aufwand, die Notwendigkeit eines gemeinnützigen Vereins, aber auch die Wichtigkeit einer finanziellen Anerkennung der Helfer. Mit einem Häuschen und der Gabe von Futter ist es nicht getan. Die Schläge müssen auch gereinigt und Eier ausgetauscht werden.

Doch Unterstützung für Krefeld kann Wesel auch personell bieten. Mira Krosta (27), ehrenamtliche Helferin und Mitglied des Naturschutzbundes, zieht im Juli/August nach Krefeld und ist bereit, beim Aufbau eines Stadttaubenprojektes mitzuwirken. Citymanagerin Gabbert hofft, dass noch in diesem Jahr der Grundstein gelegt werden kann. Auch sie denkt langfristig an mehrere Standorte. Die drei, die Wesel vorweisen kann, sind Meyer-Suchsland noch nicht genug. Bekanntlich wird noch immer nach einem Quartier in Bahnhofsnähe gesucht. Überzeugungsarbeit in Nachbarschaften sowie unter Eigentümern und Geschäftsleuten - auch das nahmen die Krefelder Gäste mit - ist auch in Wesel weiter nötig.

(fws)