Krefeld: Wenn der KFC Uerdingen in der Liga bleibt, wird die Grotenburg umgebaut

KFC Uerdingen : Beim Klassenverbleib rollen die Bagger an

Ein Abstieg des Fußball-Drittligisten KFC Uerdingen würde nicht nur die Spieler, sondern den Verein und auch die Stadt empfindlich treffen.

Mikhail Ponomarev ist wieder da. Am Freitag Morgen schaute der Präsident des KFC Uerdingen beim Abschlusstraining in der Grotenburg vorbei, ehe die Mannschaft in den Bus stieg und zum Auswärtsspiel nach Aalen (Samstag, 14 Uhr) fuhr. Damit signalisierte er den Spielern noch einmal zweierlei: dass der Klassenerhalt ein absolutes Muss ist, aber auch dass er hinter ihnen steht.

All das ist auch für den Fußball-Standort Krefeld wichtig. Denn in den vergangenen Tagen waren einige Kommunalpolitiker doch etwas nervös geworden. So hatte die UWG Freie Wähler in einem Schreiben geäußert, die Stadt warte nur noch auf die Unterschrift von Ponomarev unter den Vertrag zur Gründung einer Gesellschaft, an der Stadt und Verein beteiligt sind und schon könnten die Bagger zur Sanierung der Grotenburg anrollen.

Die Existenz des Briefes lässt Ponomarev, der gut gelaunt aus seinem Osterurlaub in Dubai zurück gekehrt ist, kalt. „Wir haben kein offizielles Schreiben erhalten, deshalb kann ich mich dazu nicht äußern“, sagte er dazu nur. Das wiederum zeigt, dass er nicht mit einzelnen Politiker oder Parteien über das Konzept und die Realisierung des Stadions spricht, sondern lediglich Oberbürgermeister Frank Meyer sein Ansprechpartner ist.

Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass Ponomarev das Projekt Stadionsanierung vom Klassenerhalt des KFC abhängig macht. Das wäre aus der Sicht des Vereins sogar verständlich, denn sollten die Blau-Roten aus der Dritten Liga absteigen, so würden sie in die Oberliga zurückgestuft – für die Regionalliga (vierte Liga) haben sie nämlich gar keine Lizenz beantragt. Ein Abstieg träfe somit nicht nur den Verein und das ehrgeizige Projekt Profi-Fußball, sondern auch die Stadt, die das Stadion alleine sanieren oder als Ruine stehen lassen könnte.

Doch wie wahrscheinlich ist dieses furchtbare Szenario? Es ist theoretisch möglich, aber nicht sehr wahrscheinlich. Ponomarev hat in den vergangenen drei Jahren einen zweistelligen Millionenbetrag in den Verein investiert und ihn von der fünften in die dritte Liga geführt. Sein großes Ziel ist der Aufstieg in die Zweite Liga. „Nur dort kann ein Verein wirtschaftlich existieren“, sagt der Unternehmer. „In den nächsten drei Jahren wollen wir das Ziel erreichen.“

Ponomarev hat sich in den vergangenen Wochen trotz der sportlich negativen Serie auch nicht in den Schmollwinkel verzogen, sondern intensiv daran gearbeitet, wie er der Mannschaft helfen kann, damit sie wieder in die Erfolgsspur zurück findet. Und er hat auch weder sein sportlich ehrgeiziges Projekt abgeschrieben, noch die damit einher gehende Sanierung des Stadions Grotenburg. So bastelt er längst am Kader für die kommende Saison.

Aber auch die Mannschaft ist gefordert und auch die Spieler müssen ein großes Interesse daran haben, dass sie den Klassenerhalt erreichen. Denn im Fall eines Abstiegs wäre ihre Verträge hinfällig, und dass sie nochmals auch nur annähernd derart gut dotierte erhalten ist geradezu ausgeschlossen.

All die finsteren Szenarien und Bedenken sind vom Tisch, wenn der KFC punktet – am bestens bereits am Samstag in Aalen. Anschließend blieben noch drei Möglichkeiten: gegen Cottbus, in Rostock und gegen Wiesbaden. Aber so lange will kaum einer warten.

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