Krefeld: Weltkulturerbe Gelduba soll Weltkulturerbe werden

Ausgrabungsstätte in Krefeld : Weltkulturerbe Gelduba - Donnerstag geht der Antrag raus

Die Niederlande stellen am Donnerstag, 9. Januar, den Antrag an die Unesco.

Am Donnerstag ist ein wichtiger Tag: Denn am Donnerstag geht an die Unesco in Paris ein Antrag, der Krefeld zum Teil des Weltkulturerbes machen soll: Der Niedergermanische Limes soll, wie berichtet, in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen werden. Im Sommer nächsten Jahres fällt die endgültige Entscheidung.

Es ist ein Gemeinschaftsantrag, den die Niederländer als „lead partner“  zusammen mit Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz stellen. Das Kastell Gelduba bildet mit verschiedenen Stützpunkten, Lagern und Städten am Rhein vom niederländischen Katwijk bis ins rheinland-pfälzische Remagen den Niedergermanischen Limes. Es bestand vom ersten bis ins fünfte Jahrhundert nach Christus fast ununterbrochen an derselben Stelle. Nach der Varusschlacht im Jahr 9 nach Christus bildete der Limes die Außengrenze des Römischen Reiches. Diesseits des Flusses haben die Römer ihre Kastelle gebaut, jenseits siedelten die von den Römern als „Germanen“ benannten Stämme. Als ein bedeutender Fundort ist der einstige römische Garnisonsort  Gelduba in Gellep Teil des Niedergermanischen Limes.

„Die Aufnahme als Welterbe ist für das Archäologische Museum Krefeld von großer Bedeutung“, sagt Museumsleiterin Jennifer Morscheiser. „Im Verbund mit den anderen Fundorten am Rhein erhoffen wir uns nach der Anerkennung zahlreiche neue Besucher aus dem In- und Ausland.“ Öffentlichkeitsarbeit und Bildungsprogramme, um Menschen jeden Alters mit dem Welterbe vertraut zu machen, sind ein Hauptanliegen der Unseco. Im Museum Burg Linn zeigt ein Animationsfilm die verschiedenen Kastelltypen in Krefeld, die Grabungen und diverse Fundstücke.

„Das Thema Welterbe soll künftig nicht nur im Museum, sondern auch auf dem Außengelände erlebbar werden“, sagt Morscheiser. Dort ist, wie berichtet, ein Archäologischer Landschaftspark geplant,  „der nicht nur als touristischer Anziehungspunkt, sondern auch als Lernort entwickelt werden soll. Ein Schwerpunkt liegt auf der Arbeit mit Schulen, Kindern und Jugendlichen, denn Unesco-Welterbestätten sind wichtige Bildungsstätten“, betont Morscheiser. Besucher können sich dort in die „virtuelle Realität“ des Lebens bei den alten Römern versetzen. Es soll auch einen Spielplatz geben, einen „Grill- und Aufenthaltsbereich sowie eine öffentliche Fitnessanlage“. Zurzeit werden im Museum bedeutende Grabungsfunde ausgestellt.

(ped)