Krefeld: Vortrag zur Europawahl an der Montessorischule

Europawahl Montessorischule : Vortrag zur Europawahl an der Montessorischule Krefeld

RP-Außenpolitkexperte Matthias Beermann an der Montessorischule über die Europawahl. Es war ein Teil einer Reihe mit mehreren Veranstaltungen.

Die Aula der Montessori-Gesamtschule in Krefeld ist von Schülern der Stufen elf und zwölf bestens besucht. Vor ihnen steht Matthias Beermann, Chefkorrespondent und Ressortleiter Außenpolitik der Rheinischen Post in Düsseldorf. Er spricht über die Europawahl. „Bei der RP haben wir entschieden, dass diese Wahl richtungsweisend ist. Darum haben wir beschlossen, eine Serie zur Wahl zu machen, die viele Facetten der EU, der Politik und Europas beleuchtet“, erzählt er.

Diese große Gewichtung verdeutliche den Wert, den diese Wahl in den Augen der Verantwortlichen habe. Das aber beschränke sich nicht nur auf die Rheinische Post. „Wir haben uns für diese Serie mit insgesamt zehn Zeitungen zusammen geschlossen. Gemeinsam decken wir rund 80 Prozent der Zeitungsauflage in NRW ab. Diese Kooperation, zu der jeder Partner Berichte beisteuert, ist eine ganz neue, einzigartige Sache“, sagt er.

Dann geht er darauf ein, welchen Wert die EU habe und wie ambivalent sie gesehen werde. „Tatsächlich sehen viele Menschen die EU heute kritisch. Zugleich aber zeigen Umfragen, dass die allermeisten Europäer sie für eine gute Sache halten. Unlängst haben in Deutschland 81 Prozent der Befragten die EU als gut bezeichnet. 76 Prozent denken, dass Deutschland Vorteile hat. Die Gründe unterscheiden sich dabei je nach Alter. Die Großeltern bewerten Frieden sehr hoch. Die Eltern sprechen von wirtschaftlichen Vorteilen. Bei Jugendlichen ist die Meinung noch nicht so ausdifferenziert. Einig ist aber allen: Die Reisefreiheit wird äußert hoch geschätzt“, sagt Beermann. Viele seiner Zuhörer und Zuhörerinnen nicken zustimmend.

Er selbst glaube, dass Rechte wie Linke gestärkt aus der Wahl hervorgehen werden, aber auch, dass viele Bürger bewusst die Mitte wählen werden. Schülervertreter Janathan Erdmann fragt, ob nicht eine stärkere Polarisierung, mehr linke und rechte Parteien im Parlament, auch zu mehr Diskussionskultur und größerer Meinungsvielfalt führen könnten. „Absolut“, antwortet Beermann. „In Europa herrscht unter den Parlamentariern oft große Einigkeit. Das macht Debatten arm an Höhepunkten. Hier wird sich wohl einiges tun.“

Ein anderer Schüler fragt, was Vor- und Nachteile einer europäischen Föderation wären. „Wenn Europa international eine Rolle spielen will und ein Gegenpol zu USA und China sein will, dann geht das nur gemeinsam. Gleichzeitig fürchten viele Menschen, ihren gewohnten Bezugsrahmen zu verlieren“, schätzt Beermann ein.

Die Veranstaltung sieht er als sehr positiv. „Schön wäre, wenn noch mehr Zeit für die Diskussion gewesen wäre. Aber ich glaube, wir sollten solche Tage häufiger haben“, sagt Beermann. Die Schüler stimmen zu. „Es ist ein Thema in der Schule und wir diskutieren auch über Europa. Auch beispielsweise bei Fridays for Future“, sagt Erdmann und sein Stufenkamerad Niko Kretkowski ergänzt: „Viele von uns dürfen schon wählen und solche Veranstaltungen motivieren zur Wahl.“ Beide wollen in jedem Fall wählen gehen. Kretkowski weiß noch nicht, wen. Erdmann schon. „Ich werde wohl die Humanisten wählen. Der wissenschaftliche Ansatz gefällt mir.“ Wichtig sei aber, überhaupt zu wählen, da sind sich die Schüler einig.

Mehr von RP ONLINE