2.000 Veranstaltungen und 54.000 Unterrichtsstunden in Krefeld VHS-Chefin Röhnelt im historischen Saal des Rathauses verabschiedet

Krefeld · Die promovierte Geisteswissenschaftlerin leitete die Volkshochschule seit April 2011 und baute sie weiter zur Plattform für den Bürgerdialog aus. An drei Standorten werden jährlich etwa acht Millionen Euro Umsatz getätigt.

 VHS-Leiterin Inge Röhnelt geht in den Ruhestand.

VHS-Leiterin Inge Röhnelt geht in den Ruhestand.

Foto: Ja/Jochmann, Dirk (dj)

Oberbürgermeister Frank Meyer hat die langjährige Leiterin der Volkshochschule Krefeld und Neukirchen-Vluyn (VHS), Inge Röhnelt, mit einem Empfang im historischen Saal des Rathauses in den Ruhestand verabschiedet. Die promovierte Geisteswissenschaftlerin hat die Volkshochschule seit April 2011 geleitet. Mit vielfältigen Bildungsprogrammen ist es ihr gelungen, viele Bürger anzusprechen und für das VHS-Programm zu interessieren. Darüber hinaus hat sie mit zahlreichen Veranstaltungen wichtige Impulse in Politik, Kultur und Stadtgesellschaft gesetzt. „In einer Zeit des Umbruchs, des Wandels, wie wir sie zurzeit erleben, ist es eine besondere Herausforderung, Menschen aller Schichten Bildung zu vermitteln und die Teilhabe an sozialen, gesellschaftlichen und politischen Prozessen zu ermöglichen“, stellte Oberbürgermeister Meyer in seiner Abschiedsrede fest. „Sie haben, Frau Dr. Röhnelt, das Profil der VHS auch in diesem Sinne noch einmal geschärft“. Er erinnerte dabei an den Höhepunkt der sogenannten Flüchtlingskrise im Jahr 2015, in der die VHS mit ihrem Integrationsbereich eine kaum zu unterschätzende Bedeutung erhalten habe. Neben ihren Bildungsangeboten habe Inge Röhnelt die VHS weiter zur Plattform für den Austausch, für den Bürgerdialog ausgebaut, so Frank Meyer. „Die Stadtgesellschaft hat in Ihrer VHS ein Forum gefunden, um die Dinge zu diskutieren, die sie interessiert. Und dabei haben Sie weiter entscheidend dazu beigetragen, die VHS auch zum gern angenommenen Ort der Begegnung zu gestalten“.

1957 in Dernbach im Westerwald geboren, machte Inge Röhnelt 1976 ihr Abitur im nahegelegenen Montabaur. Zum Studium der Germanistik, Philosophie und Pädagogik ging sie an die Universität Düsseldorf und schloss dort 1983 ihr Lehramtsstudium mit dem Staatsexamen für die Sekundarstufe II ab. Schon früh setzte sich Röhnelt mit der Rolle der Frau in der Gesellschaft auseinander, und so hatte ihre Dissertation, mit der sie 1989 in Neuer Germanistik promoviert wird, das Thema: „Hysterie und Mimesis in ‚Malina‘ von Ingeborg Bachmann“. 

Als Leiterin der VHS in Krefeld war Inge Röhnelt neun wissenschaftlichen beziehungsweise pädagogischen Mitarbeitern, 29 Verwaltungskollegen und rund 500 freiberuflichen Dozenten vorgesetzt. In den fünf Fachbereichen Politische Bildung, Kulturelle Bildung, Natur und Gesundheit, Sprachen und Berufliche Bildung der VHS finden jährlich 2.000 Veranstaltungen und 54.000 Unterrichtsstunden bei 26.000 Anmeldungen statt. An drei Standorten – zwei in Krefeld, einer in Neukirchen-Vluyn – werden jährlich etwa acht Millionen Euro Umsatz getätigt.

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