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Krefeld: Verwaltung verbietet Demo gegen Corona-Regeln vor dem Rathaus

Krefeld : Verwaltung verbietet Demo gegen Corona-Regeln vor dem Rathaus

Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienstes (KOD) der Stadtverwaltung mussten am Zoo einschreiten. Mehrere Besucher standen ohne Schutzmasken in den Warteschlangen vor dem Eingang.

Die Stadtverwaltung hat eine für Montagabend ab 18 Uhr geplante Demonstration gegen die Corona-Regeln auf dem Von-der-Leyen-Platz untersagt. Das erklärte Ordnungsdezernent Ulrich Cyprian auf Nachfrage unserer Redaktion. Bereits am Wochenende war es bundesweit zu Protesten in mehreren Städten gekommen. Manchen Teilnehmern gehen die strengen Regeln in der Corona-Krise zu weit. Sie fühlen sich zu sehr in ihrer Freiheit eingeschränkt. Die Antragsteller wollten unter dem Motto „Spaziergang für das Grundgesetz“ über die Hochstraße durch die Innenstadt bis zum Krefelder Hauptbahnhof gehen.

Mehr Arbeit kommt inzwischen auch auf die Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienstes (KOD) zu. „Die Lockerung der Bestimmungen scheint dazu zu führen, dass sich die Zahl der Ansprachen der Kollegen weiter erhöht“, so Cyprian. Am Freitag habe es 133 Ansprachen wegen Verstößen gegen die Corona-Schutzbestimmungen gegeben, Samstag waren bereits 140. Sonntag gab es allein 99 Ansprachen wegen des Kontaktverbots. Besonders betroffen waren Bereiche um zwei Trinkhallen an der Breite Straße und am Südwall. In 27 Fällen sei der geforderte 50-Meter-Abstand beim Verzehr nicht eingehalten worden. Es wurde von zahlreichen Personen vor Ort Bier getrunken. Immer wieder mussten die KOD-Bediensteten einschreiten. Dazu kommen am Sonntag noch einmal 85 Verstöße gegen die Maskenpflicht. Die Schwerpunkte (70 Fälle) lagen hier an den Haltestellen Rheinstraße und Ostwall. Aber auch am Zoo mussten die Stadtmitarbeiter aktiv werden. Cyprian: „Dort war zahlreichen Besuchern nicht bekannt, dass die Masken auch in den Warteschlangen vor dem Eingangsbereich getragen werden müssen.“

Auf niedrigem Niveau verbleiben die aktuellen Corona-Zahlen für die Seidenstadt: Die Zahl der Abstriche im städtischen Diagnosezentrum an der Schwertstraße ist auf 5476 Proben gestiegen. „76 weitere werden im Labor noch ausgewertet“, so Gesundheitsdezernentin Beate Zielke. Insgesamt wurden bisher in der Seidenstadt 553 Personen positiv auf das Coronavirus getestet. 79 sind aktuell infiziert, 453 Menschen gelten als genesen, 1674 befinden sich in Quarantäne. Aktuell werden in den Kliniken 17 Erkrankte behandelt, zwei liegen auf den Intensivstationen, ein Betroffener wird künstlich beatmet.

Als „große Herausforderung“ bezeichnet Ordnungsdezernent Cyprian die Überprüfung der Einhaltung der Corona-Regeln in den Restaurants und Cafés. Mehr als 400 Betriebe dieser Art gibt es. „Das ist ein riesiger Batzen.“ Bis zu 20 unterschiedliche Vorgaben seien zu kontrollieren. „Ich betone aber auch, dass die Kollegen gerade in diesem Bereich unterstützend und nicht kontrolltechnisch unterwegs sind“, versichert der Beigeordnete.

 Bewegung herrscht auch an den Schulen: Die Viertklässler sind schon wieder da, die Klassen 1 bis 3 folgen tageweise. Vorgesehen ist ein rollierendes System. Die Organisation bleibt den Grundschulen überlassen. Auch die Jugendlichen an Gymnasien und Gesamtschulen, die im nächsten Schuljahr 2020/21 ihr Abitur ablegen, kehren zurück. An Haupt-, Real- und Sekundarschulen sollen nach und nach auch die Jahrgänge 5 bis 9 wieder tageweise Präsenzunterricht bekommen. Gesamtschüler und Gymnasiasten der Stufen 5 bis 10 sollen erst Ende Mai wieder die Schulen betreten, wenn die Hauptphase der Abiturprüfungen vorbei ist.